04.12.2012 09:44
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E.ON: Konzern baut Marktposition in der Türkei auf

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Energieversorger E.ON AG (EON SE) gab am Dienstag bekannt, dass er und die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) die abschließenden Verträge über einen weitreichenden Tausch von Beteiligungen unterzeichnet haben.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, übernimmt E.ON damit die bisher von Verbund gehaltene Beteiligung an EnerjiSA und damit Stromerzeugungskapazitäten und -projekte sowie Stromverteilung in der Türkei. Im Gegenzug gibt E.ON Anteile an bayerischen Wasserkraftwerken an Verbund ab. Die Transaktion steht insbesondere unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die EU-Kommission, der deutschen und türkischen Wettbewerbsbehörden sowie der türkischen Regulierungsbehörde EMRA.

Im Rahmen der Transaktion, die voraussichtlich im ersten Quartal 2013 vollzogen wird, erhält E.ON 50 Prozent an EnerjiSA A.Ş. und verschafft sich damit eine hervorragende Ausgangsposition im türkischen Energiemarkt. Die anderen 50 Prozent werden von der Sabancı Holding, einem der größten, türkischen Finanz- und Industrie-Konglomerate, das mehrheitlich im Besitz der gleichnamigen Familie ist, gehalten. Die Türkei zählt zu den ausgewählten Wachstumsregionen außerhalb den Kernmärkten von E.ON in Europa. Das derzeitige Erzeugungsportfolio von EnerjiSA umfasst rund 1.700 Megawatt (MW) an installierter Leistung in Gas-, Wasser- und Windkraftwerken. 2.000 MW Kraftwerkskapazität sind derzeit im Bau, weitere 1.500 MW in der Entwicklungsphase. Zudem verfügt EnerjiSA über ein Strom-Verteilgeschäft in der Region Başkent mit rund 3,5 Millionen Kunden. Gemeinsam mit Sabancı will E.ON bis 2020 eine Erzeugungskapazität von insgesamt bis zu 8.000 MW und damit einen Anteil von mindestens 10 Prozent am türkischen Erzeugungsmarkt erreichen.

Im Gegenzug wird Verbund alleiniger Eigentümer von bayerischen Wasserkraftkapazitäten hauptsächlich am Inn, an denen das Unternehmen überwiegend bereits zur Hälfte beteiligt ist. Verbund übernimmt im Wesentlichen die E.ON-Anteile an Österreichisch-Bayerische Wasserkraft AG (ÖBK), Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ), Grenzkraftwerke GmbH sowie die Laufwasserkraftwerke Nussdorf, Ering-Frauenstein und Egglfing-Obernberg am Inn sowie Bezugsrechte an der Wasserkraftwerksgruppe Zemm-Ziller. Die den jeweiligen Beteiligungen und Kraftwerken zuzurechnende Erzeugungsleistung beträgt 351 Megawatt.

E.ON bleibt mit einer installierten Erzeugungskapazität von 2.300 MW auch nach der vorgesehenen Abgabe der bisher gemeinsam mit Verbund gehaltenen Beteiligungen ein führender Betreiber von Wasserkraftwerken in Deutschland. Insgesamt wird E.ON nach dem Vollzug des Anteilstauschs über rund 6.000 MW Wasserkraftkapazität verfügen.

Die Aktie von E.ON notiert derzeit bei 14,29 Euro (+0,70 Prozent). (04.12.2012/ac/n/d)

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