ESSEN (dpa-AFX) - Der Chef des größten deutschen Gasimporteurs E.ON Ruhrgas , Bernhard Reutersberg, hat Ängste vor einer akuten Versorgungskrise wegen des russisch-ukrainischen Gasstreits zu zerstreuen versucht. "Keiner wird frieren. Das gilt auch für die nächsten Wochen und Monate", sagte Reutersberg am Dienstag in der Essener Firmenzentrale. Das Unternehmen habe genug Gas in unterirdischen Speichern für den kompletten Winter. Auch die Industrie werde zuverlässig versorgt. Er hoffe auf eine schnelle Einigung der Kontrahenten in dem Streit, sagte er.
Das Problem habe für sein Unternehmen vor allem darin bestanden, Gasströme innerhalb Deutschlands umzuleiten. Dies sei im Laufe des Tages gelungen. E.ON Ruhrgas versorgt normalerweise Süddeutschland vor allem mit russischen Gas über die Grenzstation Waidhaus in Bayern. Dieses Gas kommt über die Ukraine; die Lieferung laufe hier nur noch sehr vermindert, sagte Reutersberg. Von einer kompletten Einstellung war anders als am Mittag aber nicht mehr die Rede.
Norddeutschland werde überwiegend mit Gas aus Norwegen und über Weißrussland beliefert. Diese Wege seien von dem Streit natürlich nicht betroffen. Deshalb habe E.ON Ruhrgas Süddeutschland am Dienstag verstärkt mit norddeutschem Gas beliefert. "Die Umstellung hat gut geklappt." Wenn der scharfe Frost voraussichtlich zum Wochenende nachlasse, werde sich die Situation weiter entspannen, sagte Reutersberg./rs/DP/gr