DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Energiekonzern E.ON hat sich bei der Veräußerung von Reststrommengen aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Stade an RWE ein Rückholrecht einräumen lassen. "Wir haben das Recht, wenn es uns wirtschaftlich und strategisch sinnvoll erscheint, die gleiche Menge an Produktionsrechten zu erwerben", sagte Johannes Teyssen, der Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer E.ON AG, am Dienstag in einer telefonischen Pressekonferenz.
Vergangene Woche hatte Teyssen auf der Hauptversammlung gesagt, dass mit dem Energiekonzern RWE eine grundsätzliche Einigung über die Übertragung erzielt worden sei. Am Sonntag hatten die Unternehmen dann die Veräußerung des Stromkontingents von 4,8 Terawattstunden (TWh) mitgeteilt. Einem Zeitungsbericht zufolge zahlt RWE dafür einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.
Die ungenutzten Rechte von Stade sollen dem von der Schließung bedrohten Meiler der Essener RWE AG in Biblis den Weiterbetrieb sichern. Ohne die Übertragung dieser "Fremdlaufzeiten" hätte Biblis A in den nächsten Monaten vom Netz gehen müssen, weil die beim Atomausstieg zugestandenen Strommengen dann aufgebraucht sind. Ein genereller Beschluss der Bundesregierung über die mögliche Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke wird erst für Herbst erwartet - womit Biblis die Stilllegung drohte.
Das E.ON-Kernkraftwerk (KKW) mit der geringsten verfügbaren Reststrommenge ist der Block 1 des KKW Isar. Anfang 2010 durfte es noch 9,9 TWh erzeugen. Bei konstanter Fahrweise müsste es etwa Mitte nächsten Jahres abgeschaltet werden.
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