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28.06.2009 10:39

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E.ON sieht keinen Zeitdruck bei CO2-Speichergesetz

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    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Chef des Energiekonzerns E.ON <EOAN.ETR>, Wulf Bernotat, sieht keinen Zeitdruck für eine gesetzliche Regelung zur unterirdischen Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2). "Es geht nicht um Schnelligkeit, sondern darum, dass wir das richtige Gesetz bekommen", sagte Bernotat vor Journalisten. Die Speicherung von CO2 sei eine wichtige Technologie, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Da es sich dabei aber erst um ein Thema "für die zweite Hälfte der kommenden Dekade" handele, solle der Rechtsrahmen ohne den Druck der anstehenden Bundestagswahl festgelegt werden. Die Union hatte in der vergangenen Woche entschieden, das Gesetz nicht mehr in der zu Ende gehenden Legislaturperiode zu verabschieden.

    E.ON-Chef Bernotat vertritt damit eine andere Auffassung als etwa der Chef von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka. Im Gegensatz zu E.ON gewinnt Vattenfall wie auch Wettbewerber RWE <RWE.ETR> einen Großteil seines Stroms aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Beide Unternehmen drängen daher dringend auf einen verbindlichen Rechtsrahmen für die CO2-Speicherung. RWE etwa will in einem Pilotprojekt CO2 über eine Pipeline von einem neuen Kraftwerk in Hürth bei Köln nach Schleswig-Holstein schicken, um es dort einzulagern. Dagegen regte sich jedoch massiver Widerstand im nördlichsten Bundesland, dem sich alle im Landtag vertretenen Parteien anschlossen.

LÄNGERE LAUFZEITEN FÜR ATOMKRAFTWERKE?

    Nach dem Scheitern des Gesetzes war in SPD-Kreisen bereits der Verdacht geäußert worden, einzelne Energieversorger und Teile der Union hätten ganz bewusst darauf hingewirkt, das Gesetz scheitern zu lassen. Sie befürchteten, dass damit der Druck auf die Politik erhöht werden solle, nach der Wahl aus Klimaschutzgründen eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken zuzulassen.

    Grundsätzlich ist aber auch Bernotat ein Verfechter der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage). Dabei wird das bei der Verstromung von Kohle entstehende CO2 abgeschieden und dann in tiefen Gesteinsschichten gelagert werden, so dass es nicht in die Atmosphäre gelangt. "Die Gesellschaft muss sich entscheiden, was sie will", sagte Bernotat. Versorgungssicherheit, Klimaschutz und niedrige Kosten gebe es nicht zum Nulltarif. "Es muss immer ein Preis bezahlt werden." Kohle werde angesichts der noch über mehrere hundert Jahre reichenden Reserven unverändert eine große Rolle bei der Stromgewinnung spielen. "Aber wir müssen die Emissionen deutlich reduzieren und das C02-freie Kraftwerk spätestens ab 2020 Wirklichkeit werden lassen."

    Sollte sich in Deutschland kein Konsens für die CO2-Speicherung finden, sieht Bernotat den einzigen Ausweg im Ausland. Als konkretes Beispiel nannte er etwa die ausgebeuteten norwegischen Öl- und Erdgas-Lagerstätten in der Nordsee. "Das heißt aber auch, dass wir unsere Kohlekraftwerke dann in Küstennähe bauen müssten."/nl/she

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