16.11.2012 15:06
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Henkel tief im Minus - Fehlender Margenausblick bemängelt

Prognose steht
Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel verliert seine Jahresziele auch in einem sich eintrübenden Umfeld nicht aus dem Blick. Das Margenziel fehlte jedoch - die Aktie fällt.
Laut Händlern fielen die Zahlen für das dritte Quartal mehr oder weniger wie erwartet aus. Nach Ansicht eines Börsianers war aber das organische Wachstum etwas niedriger ausgefallen. Ein weiterer Marktteilnehmer wertete die Aussagen zum Ausblick als nicht wirklich beeindruckend. Für das Gesamtjahr sieht sich der Konsumgüterhersteller zwar auf einem guten Weg und setzte sich neue mittelfristige Ziele bis 2016. Er habe das Ziel einer jährlichen Gewinnsteigerung um zehn Prozent aber etwas höher erwartet, so der Börsianer. Enttäuschend sei auch, dass Henkel nichts zur erwarteten Profitabilität gesagt habe.

DZ BANK: AUSSAGEN ZU DEN ZIELEN EINE BELASTUNG

Analyst Thomas Maul von der DZ Bank hob in seinem ersten Kommentar hervor, dass sich die Investoren vor allem auf die mittelfristigen Ziele konzentrieren dürften. Wie der Händler sah er es als Enttäuschung an, dass es von Henkel keine Zielsetzung für die operative Gewinnmarge (EBIT) gegeben habe. Gemeinsam mit schwachen organischen Umsätzen in der Klebstoffsparte sah er dies als Belastung für die Aktie an. Die Zahlen insgesamt seien im Rahmen der Erwartungen und gäben deshalb keinen Anlass für steigende Marktschätzungen.

Weitere Analysten äußerten sich ähnlich. Ein Experte sah die Aussagen zur Strategie wegen der fehlenden Margenprognose ebenfalls als enttäuschend an. Das für 2016 angepeilte Ziel eines Umsatzes von 20 Milliarden Euro sowie eines jährlichen Anstiegs des Gewinns je Aktie um zehn Prozent decke sich aber in etwa mit seinen Erwartungen. Im Rahmen der Telefonkonferenz werde der Markt besonders auf Aussagen zu möglichen Zukäufen achten, fügte er hinzu. Ein weiterer Analyst bewertete die Zahlen sogar als einen Tick besser als erwartet - er betonte zugleich aber auch, dass das Hauptaugenmerk der Anleger auf den mittelfristigen Prognosen liege.

Beim Konsumgüterkonzern Henkel laufen die Geschäfte weiter rund. Die Eurokrise und ihre negativen Auswirkungen auf die Kauflaune der Konsumenten weltweit können den Düsseldorfern bislang noch wenig anhaben. Jedoch wurde auch für Henkel das Marktumfeld im dritten Quartal schwieriger: Die Rezession in Südeuropa machte sich bemerkbar, der Umsatz in Westeuropa stagnierte daher. Dennoch zeigte sich Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted überzeugt, die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Denn nach neun Monaten liegt das Unternehmen über Plan, Henkel steht damit vor einem neuen Rekordjahr.

   Erfolgsgarant sind zum einen die neuen Produkte, die Konzentration auf die Top-Marken und vermehrte Geschäfte mit den Schwellenländern. Auf der anderen Seite profitiert der Hersteller von Waschmitteln wie Persil und Klebern der Marke Pritt von seit Jahren geübter Kostenkontrolle.

   Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um 6,6 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro, nach Abzug von Wechselkurseffekten und bereinigt um Zu- und Verkäufe blieb noch ein Plus von 2,4 Prozent. Profitiert hat Henkel dabei von Preiserhöhungen, während das Volumen insgesamt stagnierte. Und auch die breite regionale Aufstellung hilft den Düsseldorfern. Das Wachstum in den Schwellenländern sowie in Nordamerika konnte die Schwächen in Europa ausgleichen.

   Sowohl die Konsumentengeschäfte als auch der Klebstoffbereich trugen zum Plus bei. Während bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie der Kosmetik und Körperpflege jedoch ein robustes Umsatzwachstum erzielt wurde, steigerte der konjunktursensiblere Klebstoffbereich Adhesive Technologies die Erlöse nur leicht um 1 Prozent.

   Das Ergebnis legte erneut überproportional zu. Netto verdiente Henkel 397 Millionen Euro, 90 mehr als im Vorjahr. Bereinigt waren es 429 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 16,7 Prozent auf 631 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 14,7 Prozent und liegt damit über der Zielrendite von 14 Prozent, die Henkel für 2012 ausgegeben hat.

   Die Zahlen lagen dabei insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Nach neun Monaten liegt Henkel damit über ihrem eigenen Plan. "Wir sind auf einem sehr gutem Weg und fest überzeugt, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2012 zu erreichen", kommentierte Kasper Rorsted. Der Umsatz soll organisch um drei bis fünf Prozent zulegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird etwa 15 Prozent höher gesehen. Diese Kennziffer hatte das Unternehmen erst im Sommer erhöht.

   Rorsted warnte angesichts des volatilen Marktumfeld aber vor zuviel Euphorie. Die Unsicherheiten in den Märkten von Henkel würden anhalten. Daher sei es weiterhin notwendig, Prozesse und Strukturen zu verbessern. Dabei erhöhte Henkel seine Restrukturierungsaufwendungen für das Gesamtjahr um 25 Millionen auf 125 Millionen Euro.

   Beim Schuldenabbau kommt Henkel weiter voran: Die Nettoverbindlichkeiten wurden per Ende September mit 612 Millionen Euro mehr als halbiert. Mit Spannung erwartet wird die Bekanntgabe der neuen Langfristziele von Henkel, die Rorsted auf einer Pressekonferenz in London vorstellen wird. Die Erwartungen sind dabei hoch: Analysten gehen davon aus, dass Rorsted eine operative Gewinnmarge von mindestens 16 Prozent anpeilen wird, noch einmal zwei Prozentpunkte mehr als in diesem Jahr.

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