FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark sieht Fortschritte bei Griechenlands Haushaltskonsolidierung und bei den Strukturreformen. "Es ist aber offensichtlich, dass das Land seine Sanierungsanstrengungen intensivieren muss, um die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Finanztranche zu erfüllen", sagte Stark im Interview mit dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe).
Eine Debatte darüber, ob ein zweites Rettungspaket notwendig sei, komme zu früh. Er könne aber "nichts ausschließen", so Stark. Man müsse die neuen Analysen von EU, EZB und IWF in Athen abwarten. Ein Schuldenerlass oder eine Umschuldung sei allerdings kein Wundermittel, mit dem das Land seine Probleme über Nacht lösen könne. Ein strenger Sparkurs sei unausweichlich.
Mit Blick auf den Euro sagte Stark der Zeitung, niemand müsse sich um die Währung Sorgen machen. Leider würden Währung und Schuldenkrise immer wieder vermischt, der Euro habe jedoch Stabilität gebracht und sei eine international hoch geachtete Währung.
Die aktuell hohe Inflationsrate im Eurogebiet sei durch die Rohstoffpreise stark beeinflusst, dem könne sich auch die Europäische Zentralbank nicht entziehen. "Den Höhepunkt der Preissteigerungsrate erwarten wir gegen Jahresende, aber 2012 sollte die Inflationsrate wieder auf knapp unter 2% fallen", so Stark. "Es bleibt eine gewisse Unsicherheit, allein mit Blick auf die Rohstoffpreise."
Zu den Folgen für die Geldpolitik sagte Stark: "Wir haben bereits im April die Zinsen erhöht. Es dürfte notwendig bleiben, die immer noch sehr lockere Geldpolitik weiter zurückzunehmen."
DJG/sha
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May 15, 2011 10:22 ET (14:22 GMT)
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