BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der französische Stromriese Electricite de France (EdF) öffnet auf Druck der EU-Kommission seinen Heimatmarkt für mehr Konkurrenz. Der Energiekonzern ändert seine langfristigen Lieferverträge so, dass jedes Jahr viele Kunden zu anderen Anbietern wechseln können, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Seinen Industriekunden erlaubt EDF künftig, Strom weiterzuverkaufen. Die Zusagen gelten für zehn Jahre.
Mit diesen Zugeständnissen schließt die Brüsseler Wettbewerbsbehörde das laufende Kartellverfahren gegen den Staatskonzern Electricite de France (EDF) ab. Das Unternehmen entgeht damit einem hohen Bußgeld von bis zu zehn Prozent seines Jahresumsatzes. "Mit dem heutigen Beschluss wird ein wichtiger Schritt zur Liberalisierung des französischen Strommarktes vollzogen", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.
Seit Jahren geht die EU-Wettbewerbskommission mit harter Hand auf dem Energiemarkt vor und schreckt auch nicht vor saftigen Strafgeldern zurück. Ähnliche Zugeständnisse hatte 2009 bereits der deutsche Energieriese Eon gemacht./mt/DP/wiz