EMFIS.COM - 02.10.07 An den asiatischen Börsen setzte sich heute die Jubelstimmung der vergangenen Tage fort. Nachdem gestern der amerikanische
Dow Jones Index die 14.000-Punkte-Hürde gerissen hatte, gab es für viele Anleger kein Halten mehr. Gleichzeitig setzte sich zunehmend die Haltung durch, dass die Subprime-Problematik im US-Immobiliensektor bereits größtenteils ausgestanden sein sollte. So hatte die Citigroup für das vierte Quartal wieder einen Gewinnanstieg prognostiziert. Zudem hatte auch der ehemalige Notenbank-Chef Alan Greenspan erklärt, dass in diesem Bereich eine „Rückkehr zur Normalität“ bevorstehe.
In Japan verbesserte sich der
Nikkei 225 angesichts dessen um 1,2 Prozent auf 17.046 Zähler und schloss damit erstmals seit zwei Monaten wieder oberhalb der 17.000-Punkte-Marke. Der breitere Topix stieg um 1,5 Prozent auf 16389 Stellen. Wie überall in Asien, zogen die Banktitel besonders an. So gewannen etwa Mitsubishi UFJ Financial 5,6 Prozent und Mizuho Financial 2,6 Prozent hinzu. Im ebenfalls gefragten Immobiliensektor stiegen Mitsubishi Estate um 3,1 Prozent und Mitsui Fudosan um 2,9 Prozent. Daneben brachte der schwächere
Yen auch den Exportsektor nach oben. Hier legten Canon 2,6 Prozent und Toyota Motor 0,9 Prozent zu. Sony schoben sich um 4,3 Prozent nach oben. Der Konzern hatte wegen des Börsengangs der Finanzsparte eine Anhebung der Gewinnprognose in Aussicht gestellt. Gleichzeitig will der Konzern im Bereich DRAM-Chips mit der Infineon-Tochter Quimonda zusammengehen.
In Seoul sorgte zusätzlich das historische Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Nordkoreas und Südkoreas für gute Stimmung. Der Kospi zog um 2,6 Prozent nach oben auf 2014 Stellen und erreichte damit einen neuen Rekord-Schlusskurs. Südkoreas Präsident Roh Moo-Hyun will auf seiner dreitägigen Visite im ehemals verfeindeten Nordkorea unter anderem Fragen der wirtschaftlichen Kooperation ansprechen. Indessen versuchten die Marktteilnehmer sogleich die möglichen Profiteure einer Annäherung an das kommunistische Brudervolk zu identifizieren. So schossen die Titel des Stahlriesen Posco um 12,3 Prozent nach oben; die
Aktie des Baukonzerns Hyundai Engineering & Construction legte 5,8 Prozent und die Papiere des Stromkabelkonzerns LS Cable 15 Prozent zu. Daneben stiegen Kookmin Bank im Zuge einiger positiver Analysten-Kommentare um 4 Prozent. Zurückhaltender gaben sich die Marktteilnehmer für den Exportsektor. Hier gewannen Samsung Electronics lediglich 1,05 Prozent hinzu; Hyundai Motor gaben 1,09 Prozent und Hynix Semiconductor 0,3 Prozent ab.
In Taiwan legte der TAIEX weitere 1,42 Prozent auf 9623 Punkte zu. Auch hier gehörten
Aktien aus dem Finanzbereich zu den Top-Performern. Dementsprechend zogen etwa Fubon Financial um 4,28 Prozent an, Cathay Pacific legten um 5,01 Prozent zu. Zuvor wurde gemeldet, dass der Finanzkonzern ein Sachversicherungsunternehmen in der Volksrepublik China gründen wolle. Im Technologiesegment zogen High Tech Computer um 6,87 Prozent nach oben. Der Mobilfunkanbieter Orange will offenbar das Handy „Touch Dual“ des Unternehmens in den Vertrieb bringen. Acer erholten sich um 4,02 Prozent, Taiwan Semiconductor Manufacturing stiegen um 1,56 Prozent. Dagegen fanden im Baustoffsektor erste Gewinnmitnahmen statt, die etwa Taiwan Cement um 1,85 Prozent und Asia Cement um 0,89 Prozent nach unten brachten.
In Hongkong kletterte der Hang Seng Index um 3,9 Prozent nach oben auf 28.256 Zähler und durchbrach damit mühelos die 28.000-Punkte-Marke. Obwohl an den chinesischen Inlandsbörsen weiterhin kein Handel stattfand, gehörten die China-Titel zu den Favoriten. Weiterhin geht man in Hongkong davon aus, dass sowohl die chinesischen Privatanleger als auch die staatliche China Investment Corp. bald Unmengen von Geldern in Hongkong investieren dürften. Angang Steel schossen um 15,6 Prozent nach oben, nachdem der zweitgrößte Stahlhersteller Chinas die Emission neuer Aktien angekündigt hatte. Im Rohstoffbereich zogen China Coal um 8,9 Prozent und Jiangxi Copper sogar um 15,6 Prozent an. Daneben waren auch die Telekom- und Finanztitel deutlich gefragt. Hier gewannen China Mobile 6,4 Prozent und China Telecom 10,9 Prozent hinzu; China Life zogen um 8,4 Prozent an. PetroChina war hingegen nur ein Aufschlag von 1,4 Prozent vergönnt. Der Milliardär Warren Buffett hat weitere 45 Millionen Titel des Ölkonzerns abgestoßen.
An den Börsen in Shanghai und Shenzhen fand feiertagsbedingt kein Handel statt.