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20.08.07 Die Entscheidung der amerikanischen FED, den Diskont-Zinssatz abzusenken, und die darauf folgende Erholung der US-Indizes hat heute auch in Asien das Vertrauen in die Aktienmärkte zurückkehren lassen. Die meisten Börsen machten heute einen teils beträchtlichen Satz nach oben. Die herben Kursverluste der vergangenen Wochen wurden dadurch aber noch nicht ausgebügelt. Die Analysten sind zudem uneins, ob die Sorgen um die Krise am Markt für US-Hypothekendarlehen tatsächlich schon ausgestanden sind, oder ob es sich bei den heute gesehenen Kurssprüngen lediglich um eine technische Gegenreaktion handelt.
Der japanische
Nikkei 225 zog heute um 3,0 Prozent nach oben auf 15.732 Punkte und hat damit einen Teil der herben Verluste vom Freitag wettmachen können. Dabei konnten in nahezu allen Sektoren teils üppige Aufschläge gefeiert werden. So kamen im zuletzt stark verprügelten Bankensegment etwa Mizuho Financial um 5,1 Prozent und Resona Holdings um 5,91 Prozent nach oben. Im Rohstoffsektor erholten sich Marubeni um 4,97 Prozent, die Titel des Stahlriesen Nippon Steel zogen um 4,34 Prozent an. Die Exportwerte profitierten zudem vom wieder zurückgekommenen Yen. Dementsprechend verbesserten sich etwa Toyota Motor um 4,2 Prozent, Sony legten 3,17 Prozent und Tokyo Electron um 5,78 Prozent zu.
In Korea sprang der Kospi um 5,69 Prozent nach oben auf 1731 Stellen. Dies entspricht dem stärksten Anstieg seit über 5 Jahren. Allerdings war Koreas Leitindex in der vergangenen Woche auch um 10,4 Prozent eingebrochen. Besonders gefragt waren die zuletzt stark zurückgekommenen Titel der Wertpapierhandelshäuser. Hier kletterten etwa Samsung Securities um die in Korea maximal möglichen 15 Prozent nach oben; Daewoo Securities zogen um 14,6 Prozent an. Unter den Schiffsbauern stiegen Hyundai Heavy um 7,9 Prozent und Daewoo Shipbuilding um 10,4 Prozent. Die
Aktien des Stahlkochers Posco kamen um 7,6 Prozent voran. Das Papier der Korea Exchange Bank legte 7,3 Prozent zu. HSBC Holdings hatten zuvor bestätigt, das Institut mehrheitlich übernehmen zu wollen.
Taiwans TAIEX vollzog ebenfalls eine radikale Trendwende und stieg um 5,26 Prozent auf 8515 Zähler. Besonderes Wohlwollen genossen dabei die Finanztitel. Hier schossen sowohl Cathay Financial als auch Shin Kong Financial jeweils um das mögliche Maximum von 7 Prozent aufwärts. Unter den großen Halbleiter-Produzenten sprangen Taiwan Semiconductor um 5,42 Prozent und
Unites Microelectronics um 4,66 Prozent, nachdem in den USA bereits die ADRs der beiden Hightechs gut gestiegen waren. Advanced Semiconductor legten 6,82 Prozent zu. Der PC-Hersteller Acer verbesserte sich um 6,84 Prozent. Dagegen legten China Airlines lediglich um 1,54 Prozent zu. Eine Passagiermaschine der größten Fluggesellschaft Taiwans hatte heute auf dem Flughafen in Okinawa Feuer gefangen.
Auch in Hongkong wurde wieder beherzt zugegriffen. Der Hang Seng Index zog hier um 5,9 Prozent auf 21.595 Punkte an, was dem stärksten Anstieg seit sieben Jahren entspricht. Auch hier genossen die Finanzwerte besondere Aufmerksamkeit. So stiegen etwa China Life um 9,4 Prozent, Bank of China schoben sich um 11 Prozent und China Construction Bank um 11,7 Prozent nach oben. Daneben verbesserten sich HSBC nach der mehrheitlichen Übernahme der Korea Exchange Bank um 3 Prozent. Die
Aktie des Börsenbetreibers Hong Kong Exchanges & Clearing gewann 9,2 Prozent hinzu, China Mobile zogen um 8,5 Prozent an. Dagegen hinterließ der Ausblick des Rohstoffkonzerns Yanzhou Coal lange Gesichter. Die Aktie konnte sich dementsprechend lediglich um 0,6 Prozent verbessern.
In China verbesserte sich der Shanghai Composite Index um 5,33 Prozent auf einen neuen Schlussrekord von 4904 Zählern. Der Shanghai A-Share Index zog um 5,34 Prozent auf 5149 Punkte an.