04.12.2012 19:35
Bewerten
 (1)

EU-'Chefs' verzichten zunächst auf Eurobonds

    BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die umstrittenen Eurobonds stehen nicht explizit auf der Reformagenda des kommenden EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag kommender Woche. Das geht aus einem vertraulichen Entwurf der Schlusserklärung hervor. In dem der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel vorliegenden Text ist lediglich davon die Rede, dass beim Umbau der Eurozone längerfristig ein "zunehmendes Zusammenlegen wirtschaftlicher Souveränität" und eine "verstärkte Solidarität zwischen Mitgliedstaaten" angestrebt werde.

 

    Das Vorhaben von gemeinsamen Anleihen im Eurogebiet hatte immer wieder zu Streit unter den Staaten geführt. Die Eurobonds werden von Deutschland strikt abgelehnt, von Frankreich hingegen befürwortet.

 

    Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei ihrem Spitzentreffen am 13. und 14. Dezember die Vertiefung der Eurozone auf den Weg bringen und sich dazu auf einen konkreten Zeitplan einigen. Der Schritt ist nötig, da die Schuldenkrise Staaten wie Griechenland an den Abgrund führte. In der Endphase von 2014 an könnten auch Veränderungen des EU-Vertrags möglich sein, die nur einstimmig auf den Weg gebracht werden können, heißt es in dem Papier.

 

    Zu den langfristigen Zukunftsprojekten gehören der schon länger debattierte gemeinsame "Haushalt" der Eurozone, um Krisen besser abfedern zu können. Ein kurzfristigeres Reformvorhaben ist ein neue Behörde, um die Abwicklung von Krisenbanken zu gewährleisten. Diese neue Behörde solle der neuen Bankenaufsicht, die derzeit in den EU-Institutionen verhandelt wird, an die Seite gestellt werden.

 

    Für die Phase zwischen 2013 und 2014 sind ebenfalls individuelle "Reformverträge" zwischen Eurostaaten und der EU-Kommission vorgesehen, um die Disziplin beim Sparen und bei Reformen zu stärken. Dies ist traditionell ein besonderes deutsches Anliegen.

 

    Die Staats- und Regierungschefs werden einen Reformbericht erörtern, der unter der Federführung von Gipfelchef Herman Van Rompuy entstand. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso arbeitet in dieser Gruppe mit. Der Portugiese hatte erst in der vergangenen Woche einen eigenen Reformvorschlag gemacht, bei dem Eurobonds, ein "EU-Finanzministerium" und auch das eigene Budget der Eurozone als Reformvorhaben genannt werden. Barrosos Vorschlag sei mehr in die Zukunft gerichtet, berichteten Diplomaten./cb/DP/she

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX geht mit Plus ins Wochenende -- Dow: Yellen-Effekt verpufft -- US-Wirtschaft wächst schwach -- VW will wohl Milliarden in Batteriefabrik für E-Autos investieren -- SGL, Google und Oracle im Fokus

Bank of America versucht erneut Kreditkartentochter MBNA zu verkaufen. Monsanto-Managern winkt Millionen-Regen bei Übernahme. Air France tankt nach Sprit-Protesten mehr im Ausland. EU verschärft erneut Sanktionen gegen Nordkorea. Aktionäre von DMG Mori sollen Abfindung von 37,35 Euro erhalten. Yellen: Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten angemessen. BMW & Co.: Autobauer rufen in den USA Millionen Wagen zurück.
Welche Marke ist die teuerste?
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?