06.07.2012 17:23
Bewerten
 (0)

EU-Diplomat: Zentrale Bankenaufsicht erst Mitte 2013

    BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die geplante zentrale Aufsicht für die Banken im Euro-Raum wird nach Angaben von EU-Diplomaten frühestens in der zweiten Hälfte 2013 stehen. Somit könnten Spaniens marode Banken erst ab diesem Zeitpunkt direkte Hilfen aus dem Euro-Krisenfonds ESM erhalten. Die Regierung in Madrid müsste für das Geld haften. Das sagte ein EU-Diplomat am Freitag in Brüssel. Es werde "auf gar keinen Fall so sein", dass der Rettungsfonds für kriselnde Geldhäuser wie etwa die spanische Großbank Bankia "die Rechnung zahle".

 

    Der EU-Gipfel hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass angeschlagene Banken in Krisenländern künftig direkt aus dem Rettungsfonds Notkredite erhalten können. Voraussetzung dafür ist aber, dass eine zentrale Bankenaufsicht aufgebaut wird. Die EU-Kommission will im Herbst einen Vorschlag machen, bis Jahresende soll es eine Entscheidung geben. Dann würden die Kredite für spanische Banken nicht mehr die Schuldenstatistik des spanischen Staates belasten, sondern auf den ESM übertragen.

 

    Die Finanzminister der Euroländer treffen sich an diesem Montag (9. Juli) in Brüssel. Dabei werden sie laut EU-Diplomaten den Antrag Spaniens auf Unterstützung aus dem Rettungsfonds grundsätzlich absegnen. Da die genaue Summe und Details aber noch offen seien, müssten die Minister bereits im Juli noch einmal beraten - möglicherweise auch in einer Telefonkonferenz. Die Kassenhüter haben Spanien bereits bis zu 100 Milliarden Euro pauschal in Aussicht gestellt.

 

    Beim Treffen der Minister werden auch keine konkreten Entscheidungen zu Zypern erwartet, das ebenfalls Hilfe aus dem Rettungsfonds beantragt hat. Dies werde ebenso wie mögliche Nachbesserungen am Hilfsprogramm für Griechenland nicht mehr im Juli, sondern erst Ende August entschieden, so EU-Diplomaten./mt/DP/jha

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX um Vortagesschluss -- Dow kaum bewegt -- Deutsche Bank schreibt Millionengewinne -- Infineon hebt Ausblick an -- Alibaba-Aktie bricht nach verfehltem Umsatzziel ein -- Apple, Samsung im Fokus

Athen: Verhandlung über griechische Schulden beginnen am Freitag. Dänemarks Notenbank drückt Leitzins weiter ins Minus. Präsidentenwahl in Italien beginnt. Zooplus-Aktie steigt nach vorläufigen Zahlen auf Rekordhoch. Ford erleidet Gewinneinbruch. Ölpreise drücken Deutschland in die Minusinflation.
Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Hier können Sie ihr Geld anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?