12.04.2013 19:55
Bewerten
 (3)

EU-Finanzminister winken Aufschub für Irland und Portugal durch

Von Laurence Norman DUBLIN--Nach der Eurogruppe haben sich am Nachmittag nun alle 27 Finanzminister der EU darauf geeinigt, Portugal und Irland bei der Rückzahlung der Hilfskredite einen Aufschub zu gewähren. In einer Erklärung lobten sie, dass beide Euro-Krisenländer bei ihren Reform- und Sparprogrammen "in der Spur sind".

   Sie sollen sieben Jahre mehr Zeit bekommen, die Kredite aus dem EU-Rettungsschirm und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu tilgen. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hob Irland besonders hervor. "Irland ist das lebendige Beispiel dafür, dass Reform-Programme funktionieren", sagte der Politiker.

   Die britische Regierung wird sich dem Beschluss aus Dublin anschließen, wenn es um einen eigenen Kredit an Irland im Umfang von 3,2 Milliarden Pfund geht.

   Die 27 Minister zeigten sich "versichert", das Portugal die durch ein Urteil des Verfassungsgerichts entstandene Haushhaltslücke von 1,3 Milliarden Euro bis Ende des Jahres stopfen kann. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho kündigte an, 600 Millionen in den Ministerien sparen zu wollen. Woher der rest kommen soll, sagte er nicht.

   Der Portugiesische Finanzminister nannte die Verlängerung "extrem wichtig". Die Entscheidung gebe seinem Land genügend Spielraum, um zehnjährige Staatsanleihen ausgeben zu können, weil es den Finanzbedarf des Landes deutlich senke, sagte Vitor Gaspar.

   Irland und Portugal werden derzeit von den Hilfsprogrammen über Wasser gehalten. Beide Länder sollen aber bald schon wieder finanziell auf eigenen Füßen stehen. Irland soll Ende des Jahres die letzte Milliardenrate erhalten, Portugal im Frühjahr kommenden Jahres. Danach müssen sie sich wieder an den Finanzmärkten Geld besorgen.

   Um die Staatskasse zu entlasten und den Investoren mehr Sicherheit zu geben, soll die Bürde von Zins und Tilgung erleichtert werden. Ein wichtiges Kriterium für eine erfolgreiche Rückkehr an den Finanzmarkt ist die Ausgabe langlaufender Staatsanleihen.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/chg/ros (END) Dow Jones Newswires

   April 12, 2013 13:12 ET (17:12 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 12 PM EDT 04-12-13

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX schließt fester -- Euro fällt auf 11-Jahres-Tief -- Athen lockt säumige Schuldner -- RBS streicht 14.000 Stellen -- Henkel, Axel Springer, Standard Chartered im Fokus

Polens Notenbank senkt Leitzins auf Rekordtief. Stellenabbau bei Südzucker. Öffentliche Banken sehen kurzfristig niedrigere Bund-Renditen. Areva mit Rekordverlust. Bundesbank: Neue 20-Euro-Note macht Fälschungen deutlich schwerer. DZ Bank 2014 mit Rekordergebnis. Union will Soli ab 2020 schrittweise senken. Target will Kosten massiv senken.
Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Unternehmen werden die meisten Jobs streichen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?