19.03.2012 13:09
Bewerten
 (1)

EU-Kommission will Schattenbanken unter strengere Aufsicht stellen

   BRüSSEL (AFP)--Die EU-Kommission will die wachsende Branche der sogenannten Schattenbanken unter strengere Aufsicht stellen. "Wir müssen Licht in alle Bereiche des Finanzsektors bringen", erklärte der für die Regulierung des Finanzmarkts zuständige EU-Kommissar Michel Barnier am Montag in Brüssel. Der Vorstoß des Franzosen richtet sich gegen Finanzunternehmen, die zwar nicht den Regeln für offizielle Banken unterliegen wie etwa Eigenkapitalvorschriften, aber ähnliche Geschäfte anbieten wie zum Beispiel die Vergabe von Krediten.

   Der Umsatz der Unternehmen in dieser Grauzone des Finanzmarkts hat sich in den Jahren 2002 bis 2010 mehr als verdoppelt auf weltweit rund 46 Billionen Euro, wie es in einem von Barnier veröffentlichten Diskussionspapier heißt, einem sogenannten Grünbuch. "Schattenbanken haben im Finanzsystem wichtige Funktionen. So stellen sie beispielsweise eine zusätzliche Finanzierungsquelle dar und bieten Anlegern Alternativen zu Bankeinlagen. Für die langfristige Finanzstabilität können sie allerdings auch mit Risiken verbunden sein", heißt es in dem Papier Barniers.

   Zu den Schattenbanken zählen etwa Zweckgesellschaften, die Kredite vermitteln, sowie Investmentfonds, Finanzierungsgesellschaften sowie Versicherer, die Kredite zum Beispiel an Konsumenten vergeben. Da die Branche jedoch nur teilweise von den bestehenden Regeln für den Finanzsektor erfasst wird, befürchtet die EU-Kommission, dass beispielsweise die "ungeordnete Insolvenz einer Schattenbank sowohl direkt als auch indirekt über ihre Verknüpfung mit dem regulären Bankensystem mit Systemrisiken verbunden sein kann".

   DJG/hab

   (END) Dow Jones Newswires

   March 19, 2012 07:38 ET (11:38 GMT)- - 07 38 AM EDT 03-19-12

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?