23.11.2012 06:40
Bewerten
(0)

EU-Spitzen brechen Haushaltsgespräche ab

   Von Laurence Norman und Vanessa Mock

   BRÜSSEL--Die Staats- und Regierungschefs der EU haben ihre Verhandlungen um den künftigen Finanzhaushalt vorerst abgebrochen. Die Positionen lägen immer noch "sehr weit auseinander", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Mitternacht in Brüssel. Sie habe "erhebliche Zweifel", dass am Freitag - wenn die Gespräche weitergehen - eine Lösung gefunden werde, sagte Merkel.

   Finanzexperten der Bundesregierung würden sich nun die Zahlen anschauen. Allerdings sei es "alles andere als sicher, dass wir morgen ein Ergebnis haben werden. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Etappe zwei folgen." Dennoch sei die Atmosphäre bisher "konstruktiv" gewesen und man sei einer dauerhaften Lösung näher gekommen, sagte die Kanzlerin.

   Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte sich bereits den ganzen Donnerstag über mit einzelnen Staatschefs zu Vier-Augen-Gesprächen getroffen, um einen Kompromiss auszuloten. Am Ende saßen die 27 EU-Spitzen nur knapp zwei Stunden gemeinsam beisammen.

   Unmittelbar vor Unterbrechung der Gespräche hatte Gipfelchef Herman Van Rompuy einen neuen Haushaltsentwurf auf den Tisch gelegt. Der Belgier will beim künftigen Unionsbudget keine weiteren Abstriche mehr machen, den Mitgliedstaaten aber durch Umschichtungen entgegenkommen.

   Demnach soll das Gesamtbudget für die Jahre 2014 bis 2020 so gut wie unverändert bei insgesamt rund 1 Billion Euro liegen. Allerdings sollen 8 Milliarden Euro mehr in die europäische Landwirtschaft fließen und zusätzliche 11 Milliarden Euro in den Kohäsionsfonds zugunsten strukturschwacher Länder - ein Entgegenkommen an Frankreich und die Empfängerländer. Kompensiert werden sollen die Zusatzausgaben durch Kürzungen in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, Justiz und Inneres, Außenpolitik sowie Verwaltung.

   Doch weder Merkel noch der französische Staatspräsident François Hollande geben sich damit schon zufrieden - auch vom britischen Premier David Cameron ist massiver Widerstand zu erwarten.

   Von Anfang an war ersichtlich, was für eine Herkulesaufgabe die Einigung über einen neuen EU-Haushalt für Van Rompuy werden würde. Schon bei seiner Ankunft in Brüssel etwa schlug der britische Premierminister David Cameron harsche Töne an: Er sei mit den bisherigen Vorschlägen "alles andere als zufrieden". Er wolle darum kämpfen, das Beste für sein Land herauszuschlagen. Auch sein Verbündeter Mark Rutte erklärte, er trage eine metaphorische "geladene Waffe" mit sich, die er nutzen werde, falls seine Forderungen nicht erfüllt werden.

   Cameron will die EU-Finanzen auf dem Niveau von 2011 einfrieren. Aber Cameron ist nicht allein. Auch andere Nettozahler wie Deutschland lehnen den von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag ab. Eine Einigung im festgefahrenen Haushaltsstreit ohne Großbritannien kommt für die Bundesregierung allerdings nicht in Frage.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/WSJ/chg

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   November 23, 2012 00:10 ET (05:10 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 10 AM EST 11-23-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Plus ins lange Wochenende -- S&P bestätigt Deutschlands Top-Bonität -- Gotham City plant weitere Berichte zu AURELIUS -- Air Berlin, Deutsche Bank, Alphabet, Amazon im Fokus

VW muss laut CEO Müller wegen Herausforderungen auch profitabel sein. Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen. SolarWorld verringert Verluste. US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr. Apple arbeitet offenbar an digitalem Geld-Transfer und Prepaid-Kreditkarte.

Top-Rankings

KW 17: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 17: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BMW AG519000
CommerzbankCBK100
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
Scout24 AGA12DM8
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Airbus SE (ex EADS)938914
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
BayerBAY001
Facebook Inc.A1JWVX