EZB-Chefvolkswirt sieht "kein zurück" bei Reformprozess in Eurozone - Zeitung
Für den Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank darf es auch 2013 kein Nachlassen bei dem Reform- und Sparkurs in der Eurozone geben. Im laufenden Jahr habe man den Teufelskreis zwischen angeschlagenen Banken und zu hohen Staatsschulden gestoppt, sagte Peter Praet im Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro. "Wir müssen diesen Weg weitergehen. Es gibt kein zurück." In jedem Land müsse das Ziel weiterverfolgt werden, die Neuverschuldung auf 3 Prozent der Wirtschaftsleistung zurückzuführen.
Der Währungshüter sieht die beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums in unterschiedlicher Lage. In Deutschland erwartet er im nächsten Jahr keine Rezession, während Frankreich vor größeren Herausforderungen stehe. "Trotz einer deutlichen Verlangsamung bleibt die Situation in Deutschland grundsätzlich gut." Das Land verfüge über einen dynamischen Binnenmarkt un die finanzielle Lage der Unternehmen sei dank ihrer Exporterfolge solide.
Dagegen gebe es in Frankreich größere Herausforderungen. Der Abbau des Haushaltsdefizits geschieht nach Praets Ansicht zu stark über Steuererhöhungen und nicht genug über Ausgabensenkungen. "Es ist entscheidend, dass Frankreich seinen Plan zur Kürzung der Ausgaben um 60 Milliarden Euro in die Tat umsetzt", sagte der Notenbanker.
Die anstehenden Wahlen in Italien bewertet Praet als großen Test. "Es gibt in Italien nach wie vor viele Reformen zu verwirklichen, um den Arbeitsmarkt und die Produkte zu verbessern."
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December 19, 2012 01:57 ET (06:57 GMT)
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