EZB-Chefvolkswirt sieht kein generelles Inflationsproblem
FRANKFURT (Dow Jones)--Vor allem der starke Anstieg der Öl- und damit der Energiepreise treiben nach Aussage von Peter Praet, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), die Inflationsrate aktuell nach oben. Auch seien einige Nahrungsmittelpreise in den vergangenen Monaten witterungsbedingt angestiegen. Die Preise der meisten anderen Konsumprodukte entwickelten sich hingegen recht moderat, weshalb nicht von einem generellen Inflationsproblem gesprochen werden könne, so Praet in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
"Für das kommende Jahr erwarten wir einen Rückgang der Preissteigerungsrate. Und die längerfristigen Inflationserwartungen sind stabil bei unter zwei Prozent", so der EZB-Chefvolkswirt. Allerdings verfolge die EZB die Entwicklung sehr gewissenhaft. "Sollte sich der Inflationsdruck erhöhen, sind wir in der EZB jederzeit bereit, entschlossen und präventiv zu handeln", so Praet weiter.
Die vermehrt durch die EZB den Banken zur Verfügung gestellte Liquidität treibe die Inflation dagegen nicht, habe aber eine Kreditklemme im Euroraum vermieden. "Wir werden als Notenbank aber sehr genau beobachten, welche Auswirkungen dies auf die Realwirtschaft haben wird", erklärte Praet.
DJG/ros (END) Dow Jones NewswiresMarch 25, 2012 10:59 ET (14:59 GMT)
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