10.09.2013 15:11
Bewerten
 (0)

EZB-Direktor Asmussen für Offenlegung der Ratsabstimmungen

   Von Andreas Plecko

   Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Sitzungsprotokolle veröffentlicht, sollte nach Ansicht des deutschen Direktors Jörg Asmussen das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder offengelegt werden. "Nach meiner persönlichen Meinung sollten die Protokolle die geldpolitische Diskussion allgemein zusammenfassen und darlegen, wer für was gestimmt hat und mit welcher Begründung", sagte Asmussen bei einer Rede in Brüssel.

   "Eine Publikation der Protokolle in dieser Weise wird unser Mandat schärfen, weil die EZB dann erklären muss, weshalb ihre Beschlüsse innerhalb des europäischen Mandats liegen", erläuterte Asmussen, der vor seinem Job bei der EZB Finanzstaatssekretär in Berlin war.

   Dieses Thema ist umstritten, da gefürchtet wird, dass nach der Veröffentlichung starker Druck auf einzelne EZB-Vertreter in ihren Heimatländern ausgeübt werden könnte. "Man sollte das Risiko nicht unterschätzen, dass Druck auf Ratsmitglieder ausgeübt wird, besonders auf Gouverneure von nationalen Notenbanken. Nach meiner Ansicht sollte jedoch jeder, der eine solche Position annimmt, fähig sein, einem solchen Druck zu widerstehen", sagte Asmussen.

   Mit der gewandelten Finanzwelt und der gestiegenen Komplexität sei klar, dass Kommunikationsstrategien eine zunehmend wichtige Rolle im Dialog zwischen den Zentralbanken und den Märkten spielten. Die jüngst eingeführte Forward Guidance der EZB beinhalte zwei Elemente der Kommunikation: "Eine Darlegung, wie die Zentralbank die Zukunft einschätzt und Information darüber, wie die Zentralbank darauf reagieren könnte", sagte Asmussen.

   Im Juli hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit einer bald 15-jährigen Tradition der Zentralbank gebrochen und sich im voraus auf eine bestimmte Geldpolitik festgelegt. Die EZB will demnach den Leitzins für einen längeren Zeitraum auf einem niedrigen Niveau halten, um einen unerwünschten Anstieg der Marktzinsen entgegenzuwirken.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/apo/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   September 10, 2013 09:00 ET (13:00 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 00 AM EDT 09-10-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Verlust ins Wochende -- US-Börsen kaum verändert -- Im Wahljahr 2017 droht Euro-Krise 2.0 -- US-Arbeitslosenquote auf tiefstem Stand seit 2007 -- AIXTRON, SLM Solutions im Fokus

Vier Weltstädte wollen bis 2025 Dieselautos verbieten. Deutsche Bank stellt gewisse Kundenverbindungen ein. Italiens Wirtschaftsminister: Kein Finanzbeben nach Referendum. Eine schöne Bescherung: Doch wer bekommt eigentlich Weihnachtsgeld? Tim Cook antwortet per Mail auf Userbeschwerde zu Apple-AirPods.
Hobby zum Beruf
Jetzt durchklicken
Welche Aktien besitzt Warren Buffett in seinem Portfolio?
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Das Europaparlament hat ein Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert. Halten Sie diese Entscheidung für richtig?