10.06.2013 11:04
Bewerten
 (1)

EZB-Ratsmitglied Nowotny: Zentralbanken müssen Nebeneffekte in Kauf nehmen

    Wien (dpa-AFX) - Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny, Mitglied des EZB-Rates, sieht derzeit keine sinnvolle Alternative zu den geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die dabei auftretenden problematischen Nebeneffekte müssten in Kauf genommen werden, sagte Nowotny auf der 41. Tagung der Nationalbank am Montag in seinem Eröffnungsvortrag.

    "Aus meiner Sicht müssen die Zentralbanken Nebeneffekte in Kauf nehmen und vorsichtig damit umgehen." Zentralbanken müssten aber auch eine klare Sicht auf die Prioritäten und die möglichen volkswirtschaftlichen Kosten haben, wenn sie sich vom gegenwärtigen geldpolitischen Standpunkt wegbewegen.

    Nowotny betonte auch, dass es eine eindeutige Abhängigkeit zwischen Fiskal- und Geldpolitik gibt. Dazu gebe es gegensätzliche theoretische Positionen, was man in der Praxis aber sehe, sei eine klare Trennung von institutioneller Verantwortung für Fiskalpolitik und Geldpolitik.

    Einen besonders bedeutenden Beitrag lieferten die Zentralbanken derzeit zur Stabilität des Finanzsektors und die Beaufsichtigung der Banken. Eine der Lehren der 1930er-Krise sei gewesen, dass Preisstabilität und Stabilität der Realwirtschaft nicht ohne Stabilität des Finanzsektors erreicht werden könne. Heute könne man erneut eine stärkere Tendenz der Zentralbanken hinsichtlich Beaufsichtigung beobachten. Das sei eine der riskantesten Aufgaben, vor allem was das Reputationsrisiko betreffe. Nach einer Periode der Deregulation befinde man sich derzeit in einer Periode der Re-Regulierung.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) bezeichnete Nowotny als die wahrscheinlich unabhängigste Zentralbank der Welt. Die spezielle Aufgabe einer unabhängigen Zentralbank sei, als ein Experte und Anwalt für einen längerfristige Perspektive zu handeln, und im Interesse der Wirtschaft und Gesellschaft im allgemeinen. Die Unabhängigkeit von kurzfristigen politischen Zyklen sollte genutzt werden, um als objektive und langfristig orientierte wirtschaftspolitische Institution zu wirken. Sollte es ihnen gelingen, einen entsprechenden Ruf aufzubauen und zu erhalten, werden sie auch in Zukunft eine klare und wertvolle Rolle spielen./ggr/kan/APA/bgf

Heute im Fokus

DAX reduziert Verluste -- Dow um Nulllinie -- Deutsche Bank betont Zahlungsfähigkeit -- Lufthansa-Aktie: Zika-Virus und unsichere Weltwirtschaft belasten -- TUI, Henkel im Fokus

Weidmann: EZB wird wegen Öl wohl Inflationsprognose senken. Sparkurs hilft Coca-Cola-Gewinn auf die Sprünge. Aktieninstituts-Chefin: Einbruch beim DAX kein Grund zur Panik. Energie-Agentur erwartet 2016 keine Stabilisierung der Ölmärkte. Fast 200 Millionen Dollar schweres Aktien-Geschenk für Google-Chef. Brain beim Börsendebüt unter Druck.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten
Wieviel verdient man in den einzelnen Bundesländern?
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die öffentliche Verschwendung
Wen sieht die BrandZ-Studie vorn?
Diese Materialien könnten Sie sich nach Ihrem nächsten Lottogewinn gönnen
Wer waren die Aktienstars des deutschen Leitindex?
Wie entwickelten sich Rohstoffe im 3. Quartal?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Geldgeber Griechenlands sind mit den Reformbemühungen der Regierung in Athen laut einem Medienbericht noch nicht zufrieden. Ist für Sie das Thema Grexit abgehakt?