14.02.2013 11:32

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EZB: Rückfluss von Notkrediten erhöht Zinskosten am Geldmarkt noch nicht


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) geht nicht davon aus, dass sich die hohen Rückflüsse von Notkrediten demnächst in merklich höheren Geldmarktsätzen niederschlagen. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die sich im jüngsten Monatsbericht der EZB vom Donnerstag findet. Die jüngsten Rückzahlungen führten zwar zu einem Abschmelzen der Überschussliquidität am Interbankenmarkt. "Allerdings sind die Rückzahlungsvolumen gegenwärtig noch zu niedrig, als dass sie sich nennenswert auf die kurzfristigen Geldmarktsätze auswirken könnten."

 

    Die EZB hatte die Banken des Euroraums in zwei Runden mit Zentralbankgeld über insgesamt gut eine Billion Euro versorgt, um die drohende Eskalation der Schuldenkrise abzuwenden. Seit Januar haben die Banken Gelegenheit, die Kredite aus dem ersten Dreijahresgeschäft von Ende 2011 vorzeitig zu tilgen. In bisher drei Runden haben sich Rückzahlungen von rund 145 Milliarden Euro ergeben, was knapp dreißig Prozent des ersten Dreijahrestenders entspricht. Obgleich die hohen Rückflüsse als positives Zeichen gelten, stellt sich die Frage nach den Auswirkungen auf die Zinssätze an den Geldmärkten, wo sich die Banken mit kurzfristiger Liquidität eindecken. Höhere Zinssätze verteuern die Geldbeschaffung und könnten damit der Entspannung im Bankensektor entgegenwirken.

 

    Die EZB nennt gleich mehrere Faktoren, die gegen steigende Geldmarktsätze in absehbarer Zeit sprechen. Insbesondere sei die Überschussliquidität im Interbankenmarkt derzeit noch zu hoch. Die Notenbank schätzt sie auf etwas weniger als 560 Milliarden Euro. Geldmarkthändler beziffern den Schwellenwert, ab dem eine merkliche Reaktion der Geldmarktsätze zu erwarten ist, deutlich niedriger - auf etwa 200 Milliarden Euro. Die EZB verweist auch darauf, dass sich die Banken nach wie vor so viel Zentralbankgeld wie gewünscht besorgen können ("Vollzuteilung"). "Dies dürfte zur Glättung rückzahlungsbedingter Zinsanstiege am kurzfristigen Geldmarkt beitragen."/bgf/hbr

 

Kommentare zu diesem Artikel

Forelli schrieb:
14.02.2013 21:24:44

Nicht erwaehnt wird im Artikel, dass im Januar, in den USA zugelassene, europaeische Banken sich von der FED 237 Mrd. US-Dollar geliehen haben. Nach Umtausch in Euro erhoeht dies die Liquiditaet im Euroraum. Und die EZB sieht ganz schoen dumm aus. Globale Maerkte und ein schlau redender Draghi.

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