30.11.2012 10:13
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Osram streicht vor Börsengang 4.700 Stellen

Eine Milliarde Einsparen
Der Leuchtmittelhersteller Osram setzt vor der geplanten Abspaltung von Siemens erneut den Rotstift an. In den kommenden zwei Jahren sollen mehr als zehn Prozent der Stellen wegfallen.
Bis Ende 2014 will Osram 4.700 Jobs streichen, den Großteil davon mit 4.300 Arbeitsplätzen im Ausland. Mehr als die Hälfte der Stellen sollen im Ausland durch Werksverkäufe wegfallen. In Deutschland seien keine Verkäufe der Werksschließungen geplant.

   Osram reagiert damit auf den starken Wandel im Lichtmarkt und den harten Wettbewerb in der Branche. Osram hatte bereits im Geschäftsjahr 2012 in einem ersten Schritt weltweit rund 1.900 Jobs abgebaut. Die Kosten für die neuen Restrukturierungsmaßnahmen sollen bis 2014 einen mittleren dreistelligen Millionenbereich betragen.

   Im Endeffekt geht Osram dann bis 2015 davon aus, die Kosten um insgesamt eine Milliarde Euro zu drücken. Die Hälfte davon soll durch die Optimierung des Einkaufs eingespart werden. Das erinnert an Pläne bei der Konzernmutter Siemens: Der DAX-Konzern will bis 2014 insgesamt 6 Milliarden Euro sparen; 3 Milliarden davon soll ein effizienterer Einkauf bringen. Wie die Konzernmutter strebt auch Osram in erster Linie eine Verbesserung der Margen an.

   Osram will sich zudem möglichen Investoren vor dem Börsengang schmackhaft machen. Nach den Plänen von Siemens sollen 80,5 Prozent der hundertprozentigen Tochtergesellschaft über einen Spin-off an die Börse gebracht werden. Der DAX-Konzern selbst strebt eine Minderheitsbeteiligung an. Billigt eine Dreiviertelmehrheit auf der Hauptversammlung im Januar die Pläne, erhalten die Siemens-Aktionäre für je zehn Siemens-Aktien eine Osram-Aktie. Die Siemens AG will nach dem Spin-off 17 Prozent und der Siemens Pension Trust 2,5 Prozent an Osram halten.

   Ursprünglich sollte Osram schon viel früher aufs Börsenparkett gehen. Die weltweit heftig schwankenden Aktienkurse und die schlechte Konjunktur für das Geschäft mit Leuchtdioden (LED) hatten Siemens im September vergangenen Jahres aber von einer Platzierung Abstand nehmen lassen. Der richtige Zeitpunkt sei verpasst worden, gestand Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser vor einem Jahr ein.

   Der Börsengang hätte der größte in Deutschland seit vielen Jahren werden sollen. Als das Marktumfeld noch besser war, wurde die mögliche Bewertung von Osram auf bis zu 7 Milliarden Euro geschätzt. Im Juli dieses Jahres hatte der Konzern den Plänen für einen eigenständigen, öffentlichen Börsengang endgültig eine Absage erteilt und sich statt dessen auf eine Abspaltung festgelegt.

   Osram zählt zu den führenden Lichtherstellern der Welt. Der Lichtmarkt ist wegen des Wandels hin zur LED-Technologie allerdings einem starken Wandel unterworfen. Dominierten früher die drei großen Hersteller Philips, Osram und General Electric den Markt, drängt nun Konkurrenz vor allem aus Asien auf den Markt. In dem hart umkämpften Umfeld sinken die Preise rapide. Osram beziffert den jährlichen Preisverfall auf rund 20 Prozent.

   Um sich gegen die Wettbewerber zu behaupten, baut Osram aber auch Kapazitäten auf. In einem LED-Montagewerk in China sollen bis 2017 1.700 neue Jobs entstehen.

   Im Geschäftsjahr 2012 per Ende September erzielten die Münchener einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Weltweit arbeiten derzeit rund 39.000 Menschen bei Osram, davon etwa 10.000 in Deutschland

Dow Jones Newswires, Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 02 AM EST 11-30-12

Bildquellen: Osram
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