MÜNCHEN (dpa-AFX) - In der Auseinandersetzung um das Einsparungsprogramm "Perform-to-Win" beim Energiekonzern E.ON <EOAN.ETR> haben sich Betriebsrat und Vorstand auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen verständigt. "Dieser Verhandlungspunkt ist vom Tisch. Wir haben vereinbart, dass es auch im Zusammenhang mit ,Perform-to-Win' keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird", sagte Wolf-Rüdiger Hinrichsen, Vertreter der Gewerkschaft IG BCE und stellvertretender Konzernbetriebsratschef zur Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" (Vorabbericht).
Strittig sei derweil noch, ob so genannte Änderungskündigungen zulässig sind. "Das heißt, ob von Stellenstreichungen Betroffene, die mehrere ihnen angebotene zumutbare Ersatzarbeitsplätze ablehnen, gekündigt werden dürfen", sagte Hinrichsen.
5.500 Mitarbeiter hatten sich am Donnerstag bei einer von der Gewerkschaft Ver.di organisierten Demo gegen das Programm des scheidenden E.on-Chefs Wulf Bernotat gestellt. Ver.di befürchtet durch die angestrebte Verschlankung des Konzerns den Abbau von bis zu 9.000 Stellen. Die IGB CE hatte die Demo abgelehnt. "Wir stehen mit dem Arbeitgeber in konstruktiven Verhandlungen und halten eine Demonstration derzeit daher für nicht sachgerecht", sagte Hinrichsen. Das "Perform-to-Win"-Programm sieht Hinrichsen zwiespältig: "Vernünftig ist zum Beispiel, die Stromerzeugung konzernweit einheitlich zu führen. Sehr kritisch sehe ich die Planungen, wie unsere Konzern-IT neu aufgestellt werden soll. Bezüglich der Arbeitsplätze in diesem Bereich drohen derzeit unkalkulierbare Entwicklungen. Ich habe Zweifel, ob das Ganze am Ende funktioniert."/ck