STUTTGART/KARLSRUHE (dpa-AFX) - Der Karlsruher Energiekonzern EnBW (
EnBW Energie Baden-Wuerttemberg) gerät wegen eines Lockangebots in die Kritik. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" (Montag) berichten, stellt die Gastochter der EnBW seit Jahresbeginn Schornsteinfegern eine Provision in Höhe von 60 Euro in Aussicht, wenn sie mit einem Beratungsgespräch einen neuen Kunden werben. Der scheidende baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) hält das für nicht zulässig. "So lange das Schornsteinfegerwesen nicht privatisiert ist, sind derartige Beratungen nicht tolerierbar", sagte er der Zeitung. m Blatt. Solche Geschäfte seien erst ab dem Jahr 2013 möglich.
Die EnBW Gas bestätigte die Aktion, wies aber die Kritik daran zurück. "Die Schornsteinfeger verkaufen nichts, sie informieren nur", zitierte die Zeitung einen Sprecher. Dem Bericht zufolge prüft die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, ob sie Ermittlungen gegen das Unternehmen oder die Schornsteinfeger einleiten muss. Die Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg nannte die Aktion "sehr kritikwürdig". Der Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Stuttgart, Walter Baum, hält das Angebot des Energieversorgers dagegen für legal und legitim. Weil der Berufsstand 2013 privatisiert werde, müssten sich Schornsteinfeger neue Einnahmequellen erschließen, sagte er./hd/DP/he