LINDAU (dpa-AFX) - Für eine sichere Stromversorgung ist nach Ansicht der Energieversorger in Süddeutschland ein zügiger Ausbau von Übertragungsnetzen notwendig. Darüber hinaus werde man auf schnell regelbare Kraftwerke nicht verzichten können, betonte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW), am Mittwoch in Lindau. "Es wird kritische Momente geben - vor allem im Winter, wenn Sonne und Wind fehlen und gleichzeitig ein deutlich höherer Bedarf an Strom besteht", sagte er am Rande einer Expertentagung.
Rund 100 Fachleute der bayerischen und baden-württembergischen Energiewirtschaft sowie Wissenschaftler und Vertreter aus Ministerien und Behörden treffen sich noch bis diesen Donnerstag am Bodensee. Die Experten sehen die Sicherstellung der Versorgung mit Blick auf die Energiewende als enorme Herausforderung. "Große Lastschwerpunkte werden zukünftig nach wie vor im Süden verankert sein. Dagegen werden die Erzeugungsschwerpunkte zum einen immer stärker in den Norden verlagert und zum anderen noch weiter dezentralisiert", sagte Rudolf Kastner, Präsident des Verbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (VfEW) Baden-Württemberg.
Nach Ansicht beider Verbände ist es nötig, schnellstmöglich die Strom- und Gasinfrastruktur noch enger zu verzahnen. "Erdgas wird ein Garant für das Gelingen der Energiewende sein", sagte Breidenbach. Es sei in diesem Prozess der wichtigste Partner von Sonne, Wind und Co.. Durch den Einspeisevorrang der subventionierten erneuerbaren Energien werde jedoch der Betrieb der konventionellen Kraftwerke durch sinkende Auslastung zunehmend unrentabel. Beide Verbände fordern daher, die Fördermechanismen für die erneuerbaren Energien im Hinblick auf den künftigen Bedarf neu zu überdenken./bkl/DP/zb