von Norbert Hofmann
Für die einen ist es ein religiöses Zeichen der Hoffnung, für die anderen einfach nur schön anzusehen: das „Monumento Cristo Redentor“ (Christus der Erlöser). Die riesige Statue auf dem Berg Corcovado im Süden der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro ist eines der „Sieben Neuen Weltwunder“ – und strahlt dank der Kraft von Leuchtdioden (LEDs) neuerdings heller denn je.
Das haben die Betrachter maßgeblich der Siemens-Tochtergesellschaft Osram zu verdanken, die für die erneuerte Beleuchtung des Monuments ein hochmodernes System aus 300 LED-Projektoren geliefert hat. Die Leuchtdioden tauchen es in prächtige Farben, verbrauchen dabei extrem wenig Strom und halten viel länger als herkömmliche Lampen. Die Muttergesellschaft von Osram ist der deutsche Mischkonzern Siemens. Dessen Vorstandschef Peter Löscher („Grün lohnt sich“) will die Tochter im Herbst 2011 an die Börse bringen. An Investoren wird es angesichts der guten Geschäfte von Osram nicht mangeln. Rund vier Milliarden Euro soll der Börsengang in die Kassen des Münchner Weltkonzerns Siemens spülen.
Neue Einsichten
Dass dies gelingt, ist auch deshalb sehr wahrscheinlich, weil Energieeffizienz bei vielen Anlegern als Megatrend gilt. Ob Brennwertkessel oder Baustoffe für die Gebäudedämmung, ob „atmende“ Fenster oder Warmwasserpumpen: neue Technologien und Produkte sind in Zeiten der sogenannten Energiewende en vogue. Es setzt sich die Einsicht durch, dass ein effizienterer Energieeinsatz viel mehr zur Schonung der Umwelt und der Energiekosten beitragen kann als die viel diskutierte Nutzung der erneuerbaren Energien. Osram investiert stark in die Entwicklung energieeffizienter Produkte, die schon heute 70 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ein wichtiger Partner ist die im US-Bundesstaat North Carolina ansässige Gesellschaft Cree, mit der Osram ein Abkommen zur gegenseitigen Patentnutzung geschlossen hat.
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Cree ist einer der weltweit führenden LED-Hersteller und gehörte lange zu den Lieblingen der Aktienanleger. Allerdings sind die Umsätze in jüngster Zeit hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben, weshalb die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt hat. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 für 2011 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 4,76 ist die Aktie dennoch nicht billig. Cree hat aber aufgrund seiner starken Marktposition im LED-Markt besonders gute Chancen, vom langfristigen Wachstum der Branche zu profitieren.
Der Leuchtdiodenmarkt eröffnet auch Geschäftspotenziale für Maschinenhersteller, die Produktionsanlagen an Unternehmen wie Cree liefern. Einer der wichtigsten Anbieter in diesem Markt ist das bei Aachen ansässige TecDAX-Unternehmen Aixtron, das wie viele andere ein besonders waches Auge auf den Absatzmarkt China wirft. Dort steigen neben den vielen kleinen Herstellern jetzt zunehmend große Solarunternehmen wie GCL in die LED-Produktion ein.
Steigende Gewinne
Diese neue Generation potenziell starker Abnehmer von Aixtron-Maschinen weckt die Kursfantasie an der Börse. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Aktienkurs des Unternehmens per saldo um 35 Prozent gestiegen, obwohl er seit Januar 2011 – nach einem steilen Anstieg – wieder nach unten korrigiert. Die guten Geschäfte von Aixtron soll das aber nicht trüben: Thomas Becker, Aktienanalyst bei der Commerzbank, rechnet beim Gewinn je Aktie bis 2015 mit einem durchschnittlichen Anstieg von 20 Prozent pro Jahr. Angesichts solcher Perspektiven ist Aixtron mit einem KGV von 12,7 und einer Dividendenrendite von 2,2 Prozent moderat bewertet, zumal das Unternehmen fast schuldenfrei ist. Analyst Becker geht davon aus, dass wegen der sinkenden Diodenpreise immer mehr gewerbliche Nutzer wie Hotels und Büros von Glühbirnen auf Leuchtdioden umsteigen werden. Nicht zuletzt deshalb ist Aixtron auch die größte Position im Portfolio des DWS GO Light TR Indexzertifikats (siehe Tabelle), mit dem Anleger auf den LED-Markt setzen können.
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