"Die Länder Südostasiens laufen recht gut. Aber Asien insgesamt zeigt derzeit nicht die Dynamik, die man erwarten könnte. Die Region wird verletzlicher", sagte der stellvertretende
BASF-Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Mittwochausgabe). Brudermüller ist für das Asien-Geschäft verantwortlich. So wachse Indien zwar, aber der Markt spüre die hausgemachten Probleme, wie zum Beispiel den Reformstau und die durch fragwürdige Gesetzgebung ausgelöste Zurückhaltung ausländischer Investoren.
In China gebe es vor dem anstehenden Wechsel an der Staats- und Regierungsspitze eine gewisse Nervosität. "Wir sehen, dass das Ringen um Chinas Ausrichtung in der Zukunft stärker zu sein scheint, als wir geahnt haben", sagte Brudermüller. "Ich bin aber fest überzeugt davon, dass Chinas Einbindung in die Weltwirtschaft so stark ist, dass es seinen Pfad hin zu einer stärkeren Öffnung gar nicht verlassen kann." Allerdings würden innerhalb der Partei sehr intensive Diskussionen über die Richtung geführt und es träten verschiedene Strömungen zutage. "Für Investoren sind die Zeiten vorbei, in denen ein Projekt von den chinesischen Politikern einhellig durchgewinkt wurde."
Neben den politischen Problemen in China und Indien zeigten sich in Asien auch Auswirkungen der Euro-Krise. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres ging der Umsatz des DAX-Konzernes in der Region Asien-Pazifik um fünf Prozent zurück. Für das Jahr 2020 peilt BASF einen Umsatz von 115 Milliarden Euro an. Etwa 45 Prozent davon sollen aus den Schwellenländern insbesondere Asien kommen. In Asien streben die Ludwigshafener für 2020 einen Umsatz von 29 Milliarden Euro an. 2011 hatte BASF in Asien-Pazifik 14,4 Milliarden Euro umgesetzt, 2010 waren es noch 12,5 Milliarden Euro.
LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX)