FRANKFURT (dpa-AFX) - Die auf den Mittelstand spezialisierte Investmentbank Equinet will bei der Wertpapieranalyse vom Rückzug der Unicredit profitieren. Es gebe derzeit gute Analysten auf dem Markt, sagt Equinet-Chef Lutz Weiler der "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe). Auch die Aufteilung der WestLB macht sich Weiler zufolge in nachlassendem Wettbewerbsdruck bemerkbar. Equinet zählt unter anderem mit Mainfirst zu den im Markt verbliebenen Adressen, die sich um mittelgroße deutsche Aktienwerte kümmern.
Weiler strebt eine ausgeglichenere Ertragsstruktur an, nachdem sich zuletzt vor allem der Bereich Unternehmensfinanzierung stark zeigte, während sich der Wertpapierhandel schwächer entwickelte. In diesem Jahr sollen sich die Erträge wieder zu je einem Drittel auf die drei Bereiche Corporate Finance, Research & Sales sowie Wertpapierhandel verteilen.
In der Unternehmensfinanzierung sieht der Equinet-Chef gute Perspektiven. So will die Bank in diesem Jahr verstärkt ins Geschäft mit Anleihen drängen und Bonds aus dem Mittelstand nicht mehr nur vertreiben - wie im vergangenen Jahr - sondern auch deren Emission begleiten. Das Anleihesegment Bondm der Stuttgarter Börse sieht Weiler dabei als Initialzündung. Ohnehin werde sich der Finanzierungsmix der Unternehmen verändern. Die Gesellschaften müssten sich von der Vorstellung verabschieden, ihre Fremdfinanzierung günstig von ihrer Bank zu erhalten und angesichts weniger generös werdender Kreditinstitute bereit sein, für Anleihen unter Umständen höhere Zinsen zu zahlen, sagte Weiler./fn/stw/wiz