MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bei der Übernahme des Autobauers Opel sind noch immer mehrere Interessenten im Rennen. "Vorfestlegungen gleich welcher Art verändern die Verhandlungsposition zum Vorteil eines Bieters und zum Nachteil des Steuerzahlers", sagte der zuständige Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministe riums, Jochen Homann, am Freitag auf einer Auto-Konferenz in München. Im Moment seien die Verhandlungen mit
Magna International am weitesten fortgeschritten und am aussichtsreichsten, aber man wüsste nicht, wie sie sich weiter entwickelten. Streitpunkt sei unter anderem der Zugang zum russischen Markt. Homann rechnet mit einem Geschäftsplan Mitte bis Ende Juli. "Wir sind daran interessiert, dass es schnell geht, denn jeder Tag, an dem nicht restrukturiert wird, kostet Geld.". Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna will mit seinen russischen Partnern, dem Automobilhersteller GAZ und der staatlichen Sberbank, 55 Prozent an Opel übernehmen. Das Know-how der Rüsselsheimer soll dann zu einer Modernisierung der russischen Autoindustrie beitragen.
Homann verwies darauf, dass die Verhandlungen vom bisherigen Mutterkonzern General Motors (GM) (Motors Liquidation) geführt würden. Die Politik habe im Anschluss die Aufgabe das Ergebnis zu beurteilen. Das vorgelegte Konzept müsse staatliche Bürgschaften und Kredite rechtfertigen sowie mit den Beihilferegeln der EU zusammenpassen. Die Bürgschaft sei nicht vom deutschen Steuerzahler allein zu leisten, sondern es werde eine europäische Lösung angestrebt./dct/zb