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22.08.2012 15:13

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ES GEHT UM MILLIONEN

Commerzbank droht Ärger in den USA wegen Iran-Geschäften

Commerzbank zu myNews hinzufügen Was ist das?


Nach Standard Chartered und HSBC bekommt jetzt auch die Commerzbank Ärger mit den US-Behörden. Auch der Deutschen Bank ergeht es nicht besser.

Grund dafür sind Ermittlungen, ob mit Transaktionen in den USA gegen US-Embargobestimmungen insbesondere gegenüber dem Iran, Sudan, Nordkorea, Myanmar und Kuba verstoßen worden ist. Wie die Zeit berichtet, werden diese Risiken im Prospekt der Commerzbank vom Juni genannt.

   Gegenüber Dow Jones Newswires erklärte ein Sprecher der Commerzbank, dass die Bank bereits 2010 von US- und New Yorker Behörden aufgefordert wurde, Dollar-Transaktionen zu überprüfen, die in den USA durchgeführt wurden und in Zusammenhang mit Ländern wie dem Iran stehen. Bislang liegen noch keine offiziellen Ergebnisse vor, ob es Belastungen geben könnte und wie hoch diese ausfallen. In Börsenprospekten für Anlageprodukte der Bank heißt es seither, dass die aus "anhängigen oder drohenden Verfahren resultierenden Verluste die dafür gebildeten Rückstellungen überschreiten" könnten, was sich "erheblich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken könnte".

   Der Deutschen Bank ergeht es nicht besser: Am Freitag hatte die New York Times unter Berufung auf Fahnder von Untersuchungen gegen die Deutsche Bank und weitere Geldinstitute berichtet, dass diese bis 2008 Milliarden für sanktionierte Regime wie den Iran durch ihre US-Töchter geschleust haben sollen. Die Ermittlungen befänden sich allerdings in einer frühen Phase, einen Anfangsverdacht gebe es nicht.

   Ein Sprecher der Deutsche Bank verwies auf Aussagen aus dem Ende März vorgelegten Jahresbericht, wonach die Bank 2007 das Neugeschäft mit dem Iran und anderen Staaten einstellte. Die Forderungen gegenüber iranischen Adressen beliefen sich per Ende 2011 demzufolge auf "deutlich weniger als" 0,1 Prozent der Bilanzsumme, was auf ein Volumen unter zwei Milliarden Euro schließen lässt.

   Beide Institute könnten einen Vergleich anstreben, um einen Reputationsschaden zu vermeiden. Dieser könnte trotzdem teuer werden, hat Analyst Ingo Frommen von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) errechnet. "Wenn man die Zahlungen anderer Banken als Vergleich heranzieht, könnte es bei der Commerzbank ein kleiner dreistelliger Millionenbetrag sein und bei der Deutschen Bank zwischen 300 und 400 Millionen US-Dollar", schätzt er. Er orientiert sich bei seinen Schätzungen daran, dass die Höhe der Vergleichszahlungen in früheren Fällen bei rund fünf Prozent des regional erwirtschafteten Nettogewinns lagen.

   Nach den Medienberichten ging es für die Aktien der Deutschen Bank am Montag deutlich bergab. Am Mittwoch rutschte auch die Commerzbank-Aktie zeitweise kräftig in den Keller, nachdem die Zeit die in den alten Prospekten genannten Rechtsrisiken neu aufgegriffen hatte.

   Das zeigt, wie nervös die Anleger die Entwicklung in den USA verfolgen. Einige fürchteten offenbar eine ähnliche Entwicklung wie bei Standard Chartered: Die britische Bank büßte am Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe von illegal durchgeführten Transaktionen mit iranischen Kunden beinahe 20 Prozent und damit 15 Milliarden Dollar ihres Marktwerts ein. Inzwischen hat die Aktie den Großteil der Verluste wieder aufgeholt.

    DJG/aed/kla  Dow Jones Newswires

Die Bilanzen der größten Banken im zweiten Quartal/ersten Halbjahr 2012

 

Platz 18: UniCredit

Die Großbank UniCredit musste im zweiten Quartal 2012 einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Die Gesamteinnahmen lagen mit 6,25 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 6,45 Mrd. Euro. Angesichts einer deutlich höheren Risikovorsorge im Kreditgeschäft brach der operative Gewinn auf 592 Mio. Euro ein, nach 1,35 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wies die Bank beim Nettoergebnis einen Rückgang auf 169 Mio. Euro aus, nach 511 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Bildquellen: iStock/kontrast-fotodesign

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