28.01.2013 20:10
Bewerten
 (0)

Euro-Finanzminister setzen auf russische Hilfe für Zypern - Dokument

   Von Andreas Kißler

   BERLIN--Die Euro-Finanzminister unterstützen die Bitte Zyperns nach Verlängerung eines Kredits Russlands über 2,5 Milliarden Euro, der 2016 fällig ist. Das geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. "Die Regierung Zyperns hat in der Eurogruppe berichtet, sie hätte die Russische Föderation um eine Verlängerung des existierenden Kredits um fünf Jahre gebeten", heißt es dort. "Die Regierung Zyperns hat dabei die Unterstützung der Eurogruppe", so das Schreiben, in das Dow Jones Newswires Einblick hatte.

   Jeder Beitrag von Ländern außerhalb der Eurozone zur Lösung der Finanzprobleme Zyperns sei "willkommen", wurde in deutschen Regierungskreisen betont. "Im Fall Russlands liegt eine Verlängerung der bestehenden Kreditlinie in der Luft", sagte ein Regierungsvertreter. Dies sei "konsistent" mit jüngsten Äußerungen von Russlands Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew.

   Medwedew hatte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Handelsblatt grundsätzliche Hilfsbereitschaft seines Landes signalisiert, eventuelle Finanzmittel jedoch von europäischen Maßnahmen abhängig gemacht. "Wir denken, dass die größte Last für die Lösung dieser Probleme von Zypern und den EU-Staaten übernommen werden sollte", sagte er. "Doch wir weigern uns nicht, unter bestimmten Umständen zu helfen." Erst müssten die Bedingungen vereinbart werden. "Früher kann es von uns kein Geld geben", betonte Medwedew.

   Experten der so genannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds befinden sich seit Juni in Gesprächen mit der zyprischen Regierung über ein Rettungsprogramm. Das Land benötigt nach eigenen Angaben Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Davon sollen 12 Milliarden Euro dem Bankensektor zufließen. Eine Verlängerung des russischen Kredits würde dem Land einen Teil des Druckes nehmen.

   Aus dem Deutschen Bundestag war jüngst verstärkt Kritik an einer möglichen Unterstützung für das Land laut geworden. Eine Rekapitalisierung der zyprischen Banken ist umstritten, weil die Institute angeblich Schwarzgeld russischer Oligarchen verwalten. Außerdem war die Frage einer Bedrohung für die Eurozone gestellt worden.

   Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beharrt darauf, dass dem Land nur Hilfen zufließen können, wenn andernfalls die Stabilität der gesamten Eurozone bedroht wäre. Schäubles Sprecher Martin Kotthaus wollte bei einer Pressekonferenz in Berlin zwar einen Bericht des Spiegel nicht bestätigen, nach dem Schäuble keine Systemrelevanz des Inselstaates sehe. Er betonte aber, es müsse geprüft werden, ob eine Bedrohung für die gesamte Eurozone bestehe.

   "Bei einem Staat der Größe Zyperns muss man die Frage vielleicht noch klarer stellen," meinte Kotthaus. Der ESM-Vertrag regele eindeutig, "dass die Hilfe notwendig sein muss, um die finanzielle Stabilität der Eurozone als Ganzes zu wahren", hob Kotthaus hervor. "Das ist eine rechtlich bindende Voraussetzung." Die Eurogruppe, die "bekanntlich einstimmig" über solche Fragen entscheide, werde sich im März wieder mit dem Thema befassen.

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@dowjones.com

   DJG/ank/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   January 28, 2013 12:21 ET (17:21 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 21 PM EST 01-28-13

Artikel empfehlen?
  • Relevant1
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Post Holdings Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
mehr
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Post Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

DAX schließt mit Gewinn -- Wall Street uneinheitlich -- Apple: Konten von Prominenten wurden gezielt angegriffen -- Tipp24 zieht Gewinnwarnung zurück

Kabinett berät über neue Regeln für Versicherer. Metro trennt sich von Beteiligung an britischem Großhändler Booker. Permira verkauft erneut Hugo-Boss-Aktien. Frankreich rückt von Sparziel für 2015 ab. Dollar General erhöht Family Dollar-Gebot. USA: ISM-Einkaufsmanagerindex steigt auf den höchsten Stand seit März 2011.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Welche Billig-Airline ist die beste der Welt?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

Die Fluglinien mit den zufriedensten Passagieren

Welcher Nationaltrainer verdient am meisten?

mehr Top Rankings
Deutschland wird den Kampf der Kurden gegen die Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) mit schweren Waffen unterstützen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen