von Georg Pröbstl, €uro am Sonntag
Ruhige Gelassenheit in der Schweiz. Beispiel 1, Arbeitslosenquote: 3,8 Prozent im Land sind ohne Job; im Euroraum sind es 9,5 Prozent. Beispiel 2, Haushaltsdefizit: Trotz staatlicher Konjunkturprogramme rechnen Experten für den Staatshaushalt der Eidgenossen für dieses Jahr mit einem Überschuss von 1,5 Prozent; für Euroland wird ein Defizit von 1,5 Prozent vorhergesagt. Beispiel 3, Bruttoinlandsprodukt: Zwar wird im Nachbarstaat ein Rückgang des Bruttosozialprodukts in diesem Jahr um 2,0 Prozent erwartet, doch für Deutschland beispielsweise rechnen Ökonomen im Durchschnitt mit einer Schrumpfung um 5,9 Prozent.
Die größere Resistenz gegen Konjunktureinbrüche spiegelt sich im Schweizer Aktienmarkt. So fiel beispielsweise der SMI im vergangenen Jahr zwar um 34 Prozent, doch im DAX ging es mit 40 Prozent deutlich steiler nach unten. Im Euro Stoxx 50 lag das Minus gar bei 44 Prozent. „Der Schweizer Aktienmarkt mit dem breiten Index Swiss Market Performance, SPI, zählt zu den Märkten mit dem besten Chance/Risiko-Profil weltweit“, erklärt Ralf Rybarczyk, Fondsmanager des DWS Aktien Schweiz. So lag die Performance der 226 SPI-Mitglieder in den vergangenen zehn Jahren um rund 0,5 Prozent im Jahr höher als im DAX, allerdings war die Volatilität mit rund 15 Prozent im Durchschnitt nur etwa halb so hoch wie im deutschen Leitindex.
Der stabile Lauf der Börsen im Alpenstaat hat seine Gründe in der Sektorenverteilung der Unternehmen im Land. „Während in Deutschland ein großer Teil der Wirtschaft von zyklischen und krisengeplagten Branchen wie der Autoindustrie abhängt, gibt es in der Schweiz viele defensive Bereiche“, erklärt Fondsmanager Rybarczyk.
Bildquellen: swissworld.org