05.03.2016 20:07
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Deutsche Börse: Ringen um Börsenfusion

Euro am Sonntag-Meldung
Die Banken unterstützen Kengeters Fusionspläne mit der London Stock Exchange. Doch ein US-Konkurrent und die Briten bereiten erhebliche Sorgen.
€uro am Sonntag

von Alexander Sturm, Euro am Sonntag

Trotz hoher Hürden wirbt Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter für eine Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). "Der Finanzplatz Frankfurt befindet sich in einem harten Wettbewerb und ist auf Bündnisse angewiesen", sagte er auf einer Konferenz in Frankfurt. Eine Fusion würde das Angebot von Wertpapieren und ­deren ­Liquidität erhöhen.



Die Deutsche Börse hatte vergangene Woche Fusionsgespräche mit der LSE bestätigt. Unter einer Dachgesellschaft mit Sitz in London soll die größte Börse Europas entstehen. Kengeter würde das neue Unternehmen führen, das zwei Zentralen - in Frankfurt und London - haben soll. Die Deutsche Börse will mit der Fusion gegenüber größeren Konkurrenten aufholen.

Unterstützung erhält Kengeter von Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Die Fusion sei "sehr sinnvoll". In der Börsenlandschaft zähle Größe. Indes sei er befangen, da die Deutsche Bank die Börse berate. Theodor Weimer, Chef der HypoVereinsbank, befürwortet die Fusion ebenfalls.

Vorbehalte bestehen wegen des geplantes Sitzes der Megabörse in London. Für Kritiker wiegt dieser schwerer als Kengeters potenzielle Führungsrolle, Vorstandschefs blieben schließlich nicht ewig. "Der Sitz in London ist ein Zugeständnis an die LSE, die eigentlich den kleineren ­Börsenwert hat", sagt Philipp Häßler, Analyst bei Equinet.

Unkalkulierbarer "Brexit"

Bedenken äußerte auch das hessische Wirtschaftsministerium, das die Aufsicht über die Deutsche Börse und ein Vetorecht gegen die Fusion hat. Man werde prüfen, ob der Betrieb der Frankfurter Börse durch die Fusion beeinträchtigt werden könne, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.


Derweil erklärte die US-Börse ICE, dass sie ein Gegenangebot für die LSE erwäge. Der Konkurrent könnte die Deutsche Börse zwingen, ihr Angebot aufzubessern. "Die LSE ist als wichtige Börse in Europa interessant für die ICE", so Analyst Häßler.

Der Fusion zustimmen müssen noch Aufseher in Großbritannien und die EU-Kommission, die schon 2012 einen Zusammenschluss von Deutsche Börse und New York Stock Ex­change verhindert hatte. Für große Unsicherheit sorgt zudem das Referendum Großbritanniens über einen EU-Austritt: Ein "Brexit" würde komplexe Regulierungsfragen aufwerfen.

Das bewegt auch die Politik. Es bestehe die Gefahr, "dass Aktivitäten aus der EU ausgelagert werden und nicht mehr den ­europäischen Regulierungsstandards unterworfen sind", sagte Ralph Brinkhaus, Vizechef der Unions-Fraktion im Bundestag.

Die Deutsche Börse hatte erklärt, der Ausgang des Referen­dums sei keine Bedingung für die Fusion. Dennoch verzögert das Votum schnelle Fortschritte bei den Fusionsgesprächen. Die ­Briten stimmen am 23. Juni ab. Mindestens bis dahin wird der Börsenpoker weitergehen.

Bildquellen: Deutsche Börse AG, ZVG, Deutsche Börse, Jorg Hackemann / Shutterstock.com

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