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22.03.2012 03:00

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Boom an den Börsen: Rally mit Risiken

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Kaufen oder verkaufen, diese Frage wird nach dem Kurssprung heiß diskutiert
Seit Jahresbeginn hat der DAX fast 20 Prozent zugelegt. Jetzt scheint die Rally ins Stocken zu geraten. Worauf Anleger achten müssen und wie sie sich positionieren sollten.

von Peter Gewalt, €uro am Sonntag

Für Aktionäre war die vergangene Woche wieder eine richtig runde Sache. Der Dow Jones übersprang mit Leichtigkeit die 13.000-, der Nikkei die 10.000- und der DAX die 7.000-Punkte-Hürde. Wenige Tage nach der geglückten Griechenland-Umschuldung belegen neue Jahreshöchststände und zweistellige Kursgewinne seit Anfang Januar den extremen Stimmungsumschwung an den Finanzmärkten.

Noch im Herbst 2011 dominierten Weltuntergangsszenarien, nun haben die Optimisten Oberwasser - auch wenn in dieser Woche die Kurse etwas schwächer sind. Arne Sand von der Vermögensverwaltung Sand und Schott glaubt daher an ein gutes Aktienjahr: „Es ist massenhaft Liquidität vorhanden, die nach rentablen Anlagemöglichkeiten sucht. Daneben ist die Bewertung der Aktien niedrig. Und in vielen Depots sind Aktien immer noch stark untergewichtet.“

Dass der Wind gedreht hat, ist Mario Draghi zu verdanken. Denn seit der Italiener als neuer Chef der Europäischen Zentralbank den Geldhahn aufgedreht hat, geht es an den Börsen kräftig aufwärts. Nicht, weil das frische Kapital in den Aktienmarkt geflossen ist, sondern weil es in den angeschlagenen Bankensektor Europas ging und somit die Nerven der Investoren beruhigt hat. Das Auseinanderbrechen der Eurozone und eine drohende Depression sind mit den zwei EZB-Kapitalspritzen im Herbst 2011 und Frühjahr 2012 erst einmal vom Tisch.

Gute Stimmung herrscht besonders in Deutschland, das dank einer starken Exportindustrie, niedriger Arbeitslosenzahlen und einer annehmbaren Haushaltslage zu den großen Krisengewinnern zählt. So ist die Zuversicht der institutionellen Investoren gemessen am ZEW-Index zuletzt auf ein 21-Monats-Hoch geschossen, auch Konjunkturindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex und das Ökonomenbarometer von Euro am Sonntag halten sich seit Monaten auf sehr hohem Niveau.

Die Gewinnschätzungen steigen
Der Optimismus bleibt aber nicht allein auf Deutschland beschränkt. Denn gleichzeitig überrascht die US-Wirtschaft mit unerwartet guten Daten. Die Zahl der neuen Jobs in der größten Volkswirtschaft der Welt steigt, der Konsum zieht an, die Konjunkturprognosen werden angehoben. Und in den Schwellenländern sorgen zurückgehende Teuerungsraten dafür, dass die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel wieder etwas schleifen lassen können und damit das Wachstum anfeuern. Ergebnis: Erstmals seit Mai 2011 sind die Analystenschätzungen für die Gewinnentwicklung der Unternehmen weltweit wieder gestiegen. Vor allem japanische und südeuropäische Firmen gehören zu den Unternehmen mit gestiegenen Profiterwartungen.

Und die Bewertungen der Aktien sind im historischen Vergleich trotz der Erleichterungsrally noch nicht einmal hoch. Laut AXA Investment Managers liegt das Verhältnis von Kursen zu Gewinnwachstum im Euroraum immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau. Im Vergleich zu Staatsanleihen, die zu Rekordpreisen gehandelt werden, sind Unternehmenspapiere ohnehin sehr günstig. Und im Gegensatz zu 2008 haben die Unternehmen dank hoher Gewinnmargen und ordentlicher Cash-Reserven die Krise gestärkt hinter sich gelassen.

Auch deutsche Unternehmen stehen auf der Kaufliste von Investoren. Insbesondere Werte, die vom Boom in den Schwellenländern profitieren, werden gute Gewinnchancen eingeräumt. In früheren Zeiten hätte daher viel dafür gesprochen, sich mit großem Engagement in das Abenteuer Aktie zu stürzen.

Doch Vorsicht: Die bereitgestellte Liquidität durch die Zentralbanken, Auslöser und Unterstützer der Rally, ist gleichzeitig auch einer der größten Gefahrenherde. Die Billionen, die weltweit in Volkswirtschaften gepumpt werden, verdecken grundlegende Probleme und schaffen neue. „Eine Verschärfung der Finanzkrise und ein ausgeprägter konjunktureller Zusammenbruch werden derzeit nur verhindert, weil die Zentralbanken intervenieren und die Haushaltsdefizite in zahlreichen Industrieländern weiterhin hoch sind“, meint Guy Wagner, Chefökonom der Banque de Luxembourg. „Wegen der aktuellen Zins- und Steuerpolitik wächst zugleich das strukturelle Ungleichgewicht weiter und verstärkt somit auf längere Sicht die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken.“

Vor allem die hohen Kurse der Staatsanleihen, die Überbewertung von Schwellenländerwährungen, aber auch der Boom bei Sachwerten werden durch billiges Geld angeheizt. Schon die Rezession 2001 in den USA wurde per Liquiditätsschwemme und niedrigen Zinsen entschärft. Dies führte zu steigenden Aktienkursen, aber auch zu extrem aufgeblähten Bewertungen für US-Immobilien. Der darauffolgende Crash riss nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch die Weltwirtschaft mit in den Abgrund.

Geschwächte Weltwirtschaft
Ohnehin befindet sich die Weltwirtschaft in keinem robusten Zustand. Anziehende Rohstoffpreise, hohe Arbeitslosigkeit und massive Staatsverschuldung sind gleich mehrere Brandherde, die außer Kontrolle geraten könnten.

Die Euroschuldenkrise etwa köchelt munter weiter, eine Pleite Griechenlands in den kommenden Jahren ist nicht auszuschließen. Die Anleihenotierungen für Portugal sind trotz der Stützungsmaßnahmen in den vergangenen Monaten weiter gefallen. Inzwischen wird die Wahrscheinlichkeit einer Pleite des iberischen Sorgenkinds am Anleihemarkt mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent eingeschätzt. Und im Nachbarland Spanien läuft das Haushaltsdefizit aus dem Ruder. Sollten die Staaten tatsächlich auf dem Krisenradar erscheinen, wird der neue Optimismus schnell wieder der Panik weichen.

Die Europeripheriestaaten sind aber nur Extrembeispiele für die angespannte Finanzlage vieler Industrienationen. Die Kassen sind leer, die Verbindlichkeiten hoch. So warnt Christophe Bernard, Chefstratege der Vontobel-Gruppe: „Die Schuldenberge der meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften lassen erahnen, dass es keine Rückkehr zu jener wirtschaftlichen Stabilität geben wird, die wir vom Goldenen Zeitalter zwischen 1982 und 2007 kennen.“

Drei Möglichkeiten bestehen, um das Schuldenproblem ohne Staatspleiten in den Griff zu kriegen: Ein Wirtschaftsboom in den Industrieländern wäre der angenehmste Weg, der aber wegen der niedrigen Wachstumsraten und demografischen Probleme der entwickelten Volkswirtschaften unrealistisch ist.

Die beiden anderen Lösungsansätze sind zwar wahrscheinlicher, bereiten aber mehr Kopfzerbrechen. Erstens ein sehr harter Sparkurs der Schuldenstaaten, der allerdings den Konsum und somit die Unternehmensgewinne belastet. Zweitens eine schleichende Schuldenreduktion via Inflation, die aber Anleger um ihr Erspartes bringt. Die laxe Geldpolitik schürt diese Ängste in Deutschland. Immobilien und Gold stehen daher bei Vermögensverwaltern hierzulande hoch im Kurs.

Ein Teuerungsschub droht kurzfristig durch hohe Energiepreise. Seit August 2011 sind die Ölnotierungen um über 15 Prozent gestiegen. Einerseits, weil Investoren auf eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft wetten, andererseits, weil die geopolitischen Spannungen zugenommen haben. Der Streit um das Atomprogramm des Iran birgt die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung. Das könnte die Ölversorgung massiv einschränken und die Notierungen um bis zu 80 US-Dollar in die Höhe treiben.

Chinas Probleme
Betroffen von einer Ölpreisexplosion wären auch Schwellenländer wie China, die sehr energieintensiv produzieren. Dies wäre eine zusätzliche Belastungsprobe für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die ohnehin nicht mehr so kraftvoll erscheint wie in den Jahren zuvor. Steigende Löhne, schwächere Exporte und gesellschaftliche Probleme hemmen den Aufschwung , der für Exportnationen wie Deutschland von immenser Bedeutung ist.

Das Bündel an Problemen sowie die Berg- und Tal-Fahrt an den Börsen haben dafür gesorgt, dass nur wenige Privatanleger bisher auf den Hausse-Zug aufgesprungen sind. „Unsere Kunden sind immer noch vorsichtig mit Aktien“, erklärt Vermögensverwalter Sand. Aber auch institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen zeigen sich bisher äußerst zurückhaltend. Pessimisten glauben daher, dass der Rally schon bald die Luft ausgeht. Optimisten sehen den Nachholbedarf als einen Faktor, der die Kurse in den nächsten Wochen und Monaten erst richtig ins Laufen bringen könnte.

Realisten sollten beide Optionen im Auge behalten. Soll heißen: Aktien gehören je nach Risikoneigung ins Depot, aber andere Vermögensklassen sollten unbedingt zur Absicherung mit einbezogen werden. Nur so kann die Wertentwicklung des eigenen Portfolios letztlich zu einer runden Sache werden.

Investor-Info

Notenbanken
Weit geöffnete Geldschleusen

Viele große Volkswirtschaften haben gravierende strukturelle Probleme zu lösen. Um ihnen Handlungsspielraum und Zeit zu verschaffen, fluten die wichtigsten Notenbanken der Welt die Märkte mit Liquidität. Von 2008 bis heute haben sich ihre Bilanzen von gut vier Billionen auf etwa neun Billionen US-Dollar aufgebläht. Die Gefahr von Vermögenspreisblasen wächst in diesem Umfeld.

Staaten
Überschuldete Haushalte

Immense Staatsschulden zwingen viele Industriestaaten zum Sparen. Doch vor unpopulären Kürzungen schrecken viele Regierungen zurück. Auch möchten sie das ohnehin niedrige Wachstum nicht vollends abwürgen. So bleibt die Haushaltslage problematisch: Von den G7-Staaten dürften 2012 nur Deutschland, Italien und Kanada ein Haushaltsdefizit von unter oder nahe drei Prozent erreichen.

Aktienmärkte
Günstige Bewertungen

Auch wenn die Kurse an den Börsen angezogen haben, sind Aktien im Schnitt immer noch günstig bewertet. Das zeigt ein Vergleich der Indizes des Anbieters MSCI. Am teuersten – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – sind US-Aktien, während Titel aus den übrigen Industrieländern (ohne USA und Kanada) sowie aus den Emerging Markets lediglich ein KGV zwischen 11,6 und 12,9 aufweisen.

Die TopAktien aus dem DAX
Deutsche Highflyer

Auch dank des Aufschwungs in den Schwellenländern zählen deutsche Aktien zu den großen Profiteuren in Sachen Gewinn- und Kursentwicklung. Ebenfalls positiv: DAX-Werte gehören wegen der Stabilität Deutschlands zu den begehrten Anlageschwerpunkten internationaler Investoren.

Defensive Herangehensweise
DAX-Bonuszertifikat

Wem die Luft für den Einstieg nach dem kräftigen Kursplus beim DAX zu dünn ist, der kann ein Engagement mit großem Puffer wagen. Mit einem Cap-Bonuspapier auf den DAX von HSBC Trinkaus profitieren Anleger bis zur Gewinnobergrenze von 8.100 Punkten von Kursanstiegen. Das entspricht der maximalen Jahresbonusrendite von 7,1 Prozent. Nur falls der DAX während der Laufzeit die Barriere bei 4.500 Zählern berührt, entfällt die Bonusfunktion. 

Kontrollierte Offensive
Flossbach v. Storch Wachstum

Wer von den Chancen am Aktienmarkt profitieren, aber auch andere Anlageklassen zur Absicherung im Depot haben will, findet in einem diversifizierten Vermögensverwalterfonds alles aus einer Hand. In seinem Portfolio setzt der Kölner Anlageprofi Bert Flossbach derzeit zu rund 50 Prozent auf Aktien. Etwa 20 Prozent legt der „€uro-Fondsmanager des Jahres 2012“ aber auch in Gold und Silber, weitere 20 Prozent in Renten und Wandelanleihen an. 

Fokus auf Europa
Allianz RCM Europe Growth

Die Stimmung auf dem Alten Kontinent hat sich aufgehellt, das schlägt sich auch in den Aktienkursen der Unternehmen nieder. Der auf europäische Wachstumstitel konzentrierte Allianz-Fonds hat allein seit Jahresbeginn rund 13 Prozent gewonnen. Aber auch bei der langfristigen Wertentwicklung ist das Portfolio stark: rund 130 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Gute Beimischung fürs Depot. ah

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