aktualisiert: 01.03.2012 09:12
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Global gewinnt - Die besten Tipps für das Welt-Depot

Investments außerhalb Europas diversifizieren das Risiko der Eurokrise
Euro am Sonntag-Titel
An den Börsen brummt es wieder. Wie Anleger mit Investments rund um den Globus Chancen nutzen und sich gleichzeitig gegen Rückschläge absichern.
€uro am Sonntag

von S. Parplies und A. Hohenadl, €uro am Sonntag

Die Lage in Spanien ist deprimierend. Mehr als 20 Prozent Arbeitslosigkeit, ein gigantischer Schuldenberg, dazu harte Sparmaßnahmen der Regierung. Die Wirtschaftskraft des Landes wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds im laufenden Jahr um 1,7 Prozentpunkte schrumpfen.

An der Börse in Madrid ist die Stimmung sehr verhalten. Der Leitindex Ibex hat über die vergangenen zwölf Monate fast 20 Prozent verloren, dreimal so viel wie der deutsche DAX. Doch es gibt Ausnahmen wie das Pharmaunternehmen Grifols aus Barcelona. Die Katalanen sind europäischer Marktführer bei Derivaten für Blutplasma. Die Aktie hat innerhalb eines Jahres um 40 Prozent zugelegt. Möglich machen das ein krisenfestes Geschäftsmodell und der internationale Kundenkreis — 90 Prozent des Umsatzes erziele man außerhalb Spaniens, vermeldete das Unternehmen im jüngsten Geschäftsbericht.

Grifols zeigt: Selbst in den Krisenregionen Europas lassen sich attraktive Aktien aufspüren. Viele deutsche Anleger aber sind zu unflexibel, um davon zu profitieren. Sie halten stur an Favoriten aus dem eigenen Land fest, auch an chronischen Verlierern. Das zeigt eine Statistik des Finanzportals Finanzen.net, dem Kooperationspartner von €uro am Sonntag im Internet: Unter den 50 am häufigsten abgerufenen Aktien des Monats Februar finden sich nur elf Papiere, die nicht aus Deutschland stammen. Überhaupt nicht vertreten sind Titel aus Schwellenländern — dafür aber Problemfälle wie die Deutsche Telekom, deren Kurs seit Jahren seitwärts dümpelt.

Gerade Aktien aus den USA und Schwellenländern seien in den meisten Depots stark untergewichtet, bestätigt Chris-Oliver Schickentanz, Chief Investment Officer der Commerzbank, der besonders vermögende Kunden betreut.

Die Auswirkungen der Klumpenbildung in den Depots der deutschen Privatanleger auf die Rendite sind groß — größer, als die meisten vermuten. €uro am Sonntag hat die Kursentwicklung verschiedener Länderindizes während der vergangenen fünf Jahre auf Eurobasis verglichen. Ergebnis: Unter den westlichen Indizes schwankt der DAX besonders heftig, verlangt Anlegern also starke Nerven ab.

Die durchschnittliche Jahresrendite ist mit 6,5 Prozent höher als bei den Indizes aus Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und den USA — diese Überrendite allerdings ist ausschließlich dem Jahr 2007 zu verdanken, als der DAX die Rivalen deutlich abgehängt hatte. Rechnet man das Megajahr heraus, hat sich der DAX im Jahresschnitt schlechter entwickelt als Großbritanniens FTSE 100 und der amerikanische S & P 500.

Auffallend sind die Kursbewegungen der Schwellenländerindizes: Hongkongs Hang Seng und Brasiliens Bovespa haben die mit Abstand stärkste Schwankungsbreite, liegen im jährlichen Mittelwert aber klar vor allen westlichen Indizes — auch vor dem DAX.

„Viele Anleger stehen vor einer psychologischen Barriere: Bei Unternehmen aus dem eigenen Land fühlen sie sich besser informiert. Bei ausländischen Unternehmen hingegen fällt es manchmal schwer, überhaupt den Namen auszusprechen. Außerdem kostet es Überwindung, in eine fremde Währung zu investieren — das wird als ein zusätzliches Risiko wahrgenommen“, erklärt Schickentanz die irrationale Heimatverbundenheit vieler Anleger.

Wie sollte ein perfektes Weltportfolio strukturiert sein? Der globale Leitindex MSCI World orientiert sich an der Marktkapitalisierung der Unternehmen. Da es in den USA viele große börsennotierte Konzerne gibt, kommt die Supermacht im Index auf einen extrem hohen Anteil von 50 Prozent. Schwellenländer sind hingegen nur mit der Lupe zu finden. Eine realistischere Gewichtung ergibt sich, wenn sich Anleger an der realen Wirtschaftskraft der einzelnen Regionen orientieren. Die Europäische Union steuerte auf Basis der Schätzungen der amerikanischen Central Intelligence Agency im vergangenen Jahr rund 28 Prozent zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt bei, die USA 25 Prozent. Japan kommt auf etwas mehr als neun Prozent. Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China erreichen inzwischen einen Anteil von mehr als 20 Prozent. Die Bundesrepublik ist als Teil der Europäischen Union mit annähernd sechs Prozent im weltweiten Vergleich lediglich ein Leichtgewicht.

Ganz so radikal müssen deutsche Anleger ihr Depot nicht umschichten. Dank der rasch fortschreitenden Globalisierung profitieren auch viele deutsche Unternehmen vom Wachstum weit entfernter Boomregionen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF beispielsweise hat seinen Umsatzanteil in Schwellenländern im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich von 22 auf 34 Prozent ausgebaut. Bis zum Jahr 2020 sollen es sogar 45 Prozent werden — auch dann noch wird BASF Mitglied im deutschen DAX sein.

Den Trend zur Globalisierung verfolgen aber auch Unternehmen aus anderen Ländern. Fondsmanagerin Britta Weidenbach aus dem Europa-Team der DWS hat selbst bei Aktien aus Krisenregionen des Kontinents keine Berührungsängste — vorausgesetzt, bestimmte Kriterien werden erfüllt. „Wichtiger als die Herkunft eines Unternehmens sind die Absatzmärkte. Auch in Spanien oder Italien gibt es global aufgestellte Unternehmen, die strukturell wachsen und sich deshalb von den Problemen ihrer Heimatländer abkoppeln können“, so die Fondsmanagerin.

Wer sich als Anleger über die Grenzen der Währungsunion hinauswagt, muss womöglich Hemmschwellen überwinden, gewinnt im Gegenzug aber auch Sicherheit, die europäische Aktien nicht bieten können — Schutz gegen eine Eskalation der Eurokrise, die mit der vorläufigen Rettung Griechenlands vermutlich nicht ausgestanden ist. Schickentanz: „Der Euro ist eine strukturschwache Währung. Investments in den Australischen Dollar, den chinesischen Renminbi oder die Schweden-Krone helfen, das Risiko langfristig zu minimieren.“ Als Wegweiser zur Globalisierung des Depots stellt €uro am Sonntag auf dieser und den folgenden beiden Seiten attraktive Titel vor. Für Europa und die USA setzt die Redaktion dabei auf Aktien. Da Investments in Schwellenländern generell schwieriger sind, sollten Anleger diese Regionen mit Fonds abdecken.

Eurozone
Qualität entscheidet
Griechenland ist der große Gewinner. Fast 200 Prozent Kursgewinn konnten Anleger mit Bankaktien aus dem Epizentrum der Eurokrise in diesem Jahr erzielen. Das allerdings ist kein Vertrauensbeweis, sondern ein Signal, dass Zocker das Kommando übernommen haben.

Mehr Substanz haben Kursgewinne bei Aktien aus anderen südeuropäischen Krisenstaaten. Bester Wert im europäischen Euro Stoxx 50 war im vergangenen Jahr ausgerechnet ein spanischer — um zwölf Prozent hat die Aktie der Modekette Inditex (ISIN: ES 014 839 601 5) zugelegt. Das Erfolgsgeheimnis ist einfach: Das Unternehmen expandiert mit seinen Läden (Zara) zielstrebig ins Ausland. Weniger als 30 Prozent des Umsatzes kommen aus Spanien. Die asiatischen Schwellenländer bieten noch viel Spielraum und rechtfertigen auch ein optisch anspruchsvolles Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 20.

Der italienische Reifenhersteller Pirelli (IT 000 462 305 1) ist ebenfalls über die Grenzen seines Heimatlandes hinausgewachsen. Wichtigste Märkte sind Europa sowie Zentral- und Südamerika. Die Aktie eignet sich zum Beispiel als Alternative zu deutschen Automobilzulieferern. Die erwartete Dividendenrendite von mehr als drei Prozent soll für das höhere Risiko entschädigen. Nachholpotenzial hat Fiat Industrial (IT 000 464 474 3). Das Industriegeschäft, unter anderem Lkw und Traktoren, sollte der Aktie im Fall einer allgemeinen Konjunkturbelebung deutlich Kurspotenzial verleihen. An der Bewertung sollte es nicht scheitern: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt etwa 25 Prozent unter dem Niveau, das die Börse noch vor gut einem Jahr für angemessen hielt.


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In Frankreichs Leitindex CAC40 sticht in diesem Jahr die Kursentwicklung der Autobauer Peugeot und Renault hervor. Die Redaktion rät dennoch weiter zu den deutschen Konkurrenten. Als Basisinvestment aus dem Nachbarland bietet sich unverändert der Luxusgüterhersteller LVMH (FR 000 012 101 4) an, der mit Marken aus den Bereichen Wein, Mode, Parfüm und Juwelen langfristig attraktive Wachstumsraten erzielen sollte. Das Gleiche gilt für den niederländisch-britischen Konsumgüterriesen Unilever (NL 000 000 935 5).

Hartnäckig halten deutsche Anleger offenbar einem alten Favoriten die Treue: Nokia. Der finnische Hersteller von Mobiltelefonen (FI 000 900 068 1) versucht derzeit ein Comeback mit einer neuen Generation von Smartphones. Die ersten Modelle mit Windows-Betriebssystem verkauften sich besser als erwartet, der Absatz der alten Geräte aber bricht ein. Aktionäre müssen weiter Geduld beweisen.

Schwellenländer
Treiber des Wachstums
Etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung leben in sogenannten Schwellenländern. Auch der größte Teil der bekannten Bodenschätze befindet sich dort. Und mit einem Anteil von 50 Prozent an den weltweiten Exporten nehmen diese Nationen eine wichtige Rolle im globalen Handel ein. Obwohl der wirtschaftliche Einfluss der Schwellenländer enorm gewachsen ist, macht der Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung — gemessen am MSCI All Country Index — gerade mal 14 Prozent aus.

Doch die Gewichte werden sich weiter zugunsten der Emerging Markets verschieben. Dafür spricht allein schon deren starke wirtschaftliche Dynamik. Die US-Bank Goldman Sachs traut den Volkswirtschaften der Schwellenländer in den kommenden 20 Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 6,7 Prozent zu. Für die entwickelten Länder rechnen die Experten in dieser Zeit mit einem durchschnittlichen BIP-Anstieg von lediglich 1,8 Prozent.

Der Anteil der Schwellenländer an der weltweiten Marktkapitalisierung soll nach den Prognosen bis 2030 von aktuell rund 15 auf 80 Billionen US-Dollar steigen. Damit dürften Aktien aus den Emerging Markets dann mehr als die Hälfte der weltweiten Marktkapitalisierung ausmachen. Schon heute stehen viele aufstrebende Volkswirtschaften wesentlich besser da als die etablierten Industrienationen. Ihre Verschuldung ist deutlich niedriger und aus der Finanzkrise sind sie in besserer Verfassung und mit höheren Wachstumsraten herausgekommen. Daneben sorgen eine wachsende, junge Bevölkerung, ein steigender Infrastrukturbedarf und der rasch zunehmende Binnenkonsum für gute wirtschaftliche Aussichten.

Für langfristige Investoren hätte sich ein Engagement in den Schwellenländern in den vergangenen zehn Jahren jedenfalls ausgezahlt. Gemessen am MSCI-Emerging-Markets-Index auf Eurobasis, stünden rund 157 Prozent Gewinn zu Buche. Der DAX schaffte in dieser Zeit ein Plus von 28 Prozent. Trotz der zahlreichen Argumente, die für Schwellenländer sprechen, zeigen sich deutsche Anleger nach wie vor zurückhaltend.

Nach einer repräsentativen Studie von AXA Investment Managers halten nur acht Prozent der deutschen Fondsbesitzer Anteile an einem Schwellenländerfonds. In einem gut diversifizierten Depot sollte aber ein entsprechender Emerging-Markets-Anteil nicht fehlen. Für Privatanleger bietet sich dabei ein Einstieg über aktiv gemanagte Fonds an, um das Risiko zu minimieren.

Schwellenländer im Paket
Wer regional breit gestreut in Schwellenländer investieren will, für den ist ein Fonds wie der Aberdeen Global Emerging Markets geeignet (ISIN: LU 013 241 210 6). Mit einer Wertentwicklung von über 150 Prozent in den vergangenen drei Jahren zählt er zu den besten weltweit anlegenden Schwellenländerportfolios. Dafür ist ein Investmentansatz verantwortlich, der sich nicht am Mainstream orientiert. Während in vielen Emerging-Markets-Fonds China ein großes Gewicht hat, ist das Land im Aberdeen-Portfolio seit Jahren untergewichtet. Das Fondsmanagement um Teamchef Hugh Young hält viele Aktien aus dem Riesenreich schlicht für zu teuer.

Noch zurückhaltender ist Youngs Team bei russischen Titeln, da dort eine investorenfreundliche Unternehmerkultur fehlt. Dafür nimmt Brasilien einen Spitzenplatz ein: Zu den größten Positionen zählen etwa der Rohstoffkonzern Vale und der Ölförderer Petrobras. Auch Indien ist hoch gewichtet. Generell ist der Fonds antizyklisch und konservativ ausgerichtet, was in Abschwungphasen die Verluste begrenzt.

Fokus auf einzelne Regionen
Auch für Anleger, die gezielter auf einzelne Wachstumsregionen setzen wollen, gibt es eine Auswahl an bewährten Fonds. Beispielsweise den Templeton Asian Growth (LU 002 987 511 8). Aufgelegt im Juni 1991, hat er aktuell ein Volumen von knapp 17 Milliarden Dollar und ist ein Dauerbrenner unter den Asien-Fonds ohne Japan-Anteil. Kein Wunder bei einer jährlichen Rendite von 13,7 Prozent seit Auflage. Der Vergleichsindex MSCI Asia ex Japan schaffte im Schnitt 6,9 Prozent. Auch bei Templeton sorgt der eigenständige Investmentansatz für Erfolg. Fondsmanager Mark Mobius sieht derzeit beispielsweise große Chancen in Thailand und hat Aktien von der Börse in Bangkok stark übergewichtet. Rund 22 Prozent machen sie im Portfolio aus, der zweitgrößte Posten hinter China-Titeln. Zu gut vier Prozent hat Mobius auch Aktien aus Pakistan beigemischt. Ein unkonventioneller Asien-Fonds eben.

Wer statt in die asiatische Region lieber in Lateinamerika investiert, findet im BGF Latin American Fund von BlackRock ein bewährtes Anlagevehikel (LU 007 246 366 3). Fondsmanager Will Landers, der in Brasilien geboren und aufgewachsen ist, hat Aktien aus der größten südamerikanischen Volkswirtschaft in seinem Portfolio zu rund 70 Prozent gewichtet. Ein relativ konzentriertes Brasilien-Investment also. Zu rund 18 Prozent hat Landers auch mexikanische Titel ins Depot genommen, die in diesem Jahr von der Erholung des größten Handelspartners USA profitieren könnten. In den vergangenen drei Jahren konnten Anleger mit dem Fonds ein Plus von 140 Prozent erzielen. Allerdings mussten sie dabei auch größere Einbrüche wie im vergangenen Jahr (minus 21 Prozent) verkraften.

Eine attraktive Rendite bei entsprechendem Risiko bietet auch der Fidelity EMEA Fund (LU 030 381  670 5). Das Kürzel steht für Emerging Europe, Middle East und Africa. Fondsmanager Nick Price setzt den Investmentfokus auf Unternehmen aus Südafrika und Russland. Den Mittleren Osten spielt er hauptsächlich über Titel aus der Türkei. Über die vergangenen drei Jahre hat der Fonds ein Plus von rund 126 Prozent erwirtschaftet.

Resteuropa
Defensive & Rohstoffe

Europa ohne Euro: Großbritannien hat sich der Einheitswährung hartnäckig verweigert. Das erspart einige Probleme, macht allein aber auch nicht glücklich. Die Wirtschaft des Inselreichs hat sich zuletzt schlechter entwickelt als die Eurozone. Anleger aus Deutschland können also viele der Aktien getrost ignorieren, besonders Finanzwerte.
Attraktiv sind vor allem defensive Aktien und Rohstoffwerte, da diese Branchen an Deutschlands Börsen weitgehend fehlen. Der Tabakkonzern British American Tobacco (ISIN: GB 000 287 580 4) ist wegen der attraktiven Dividendenrendite von 4,5 Prozent gerade in Krisenzeiten gefragt. BHP Billiton, eigentlich australisch, ist ebenfalls im britischen FTSE 100 vertreten und gilt durch das breite Portfolio als sinnvolle Alternative zu Rohstofffonds.
Der Schweizer Franken ist für viele Anleger Fluchtburg vor der ­Eurokrise. Weil der stark gestiegene Kurs die Exporte der Unternehmen verteuert hat, deckelt die Notenbank inzwischen den Wechselkurs. Das hilft Anlegerliebling Nestlé (CH 003 886 335 0). Der Nahrungsmittelriese überzeugt mit stetig wachsender Dividende, einer Rendite von derzeit knapp vier Prozent und Wachstum in Schwellenländern. Schweizer Pharmawerte wie Roche (CH 001 203 211 3) bieten sich als dividendenstarke Alternative zum deutschen Bayer-Konzern an, dessen defensiver Charakter durch die Chemiesparte verwässert wird.
Die Rohstoffnation Norwegen hat wenige, aber spannende Werte zu bieten. Der Kurs von Statoil (NO 001 009 698 5) hängt stark an der Entwicklung des Preises für Brent-Öl. Die Aktie würde massiv profitieren, wenn der Atomstreit mit dem Iran tatsächlich zu Versorgungsengpässen führen sollte. Das Geschäft des Düngemittelherstellers Yara (NO 001 020 805 1) ist zyklisch, aber langfristig attraktiv und eine Alternative zum DAX-Wert K + S.
Zu den auch an deutschen Handelsplätzen liquiden Aktien aus Dänemark zählt das Pharmaunternehmen Novo Nordisk (DK 006 010 261 4), das sich auf Produkte zur Bekämpfung von Diabetes spezialisiert hat. Die schwedische Antwort auf British American Tobacco ist Swedish Match (SE 000 031 033 6), ein Spezialist für Kau- und Schnupftabak. Die Dividendenrendite ist mit drei Prozent niedriger als bei den Briten, dafür aber verspricht die Schwedische Krone als Währung mehr Sicherheit als das Britische Pfund.

USA
Die heimlichen Profiteure des Aufschwungs

Seit über 200 Jahren prophezeien frustrierte Europäer den Untergang Amerikas. Auch dieses Mal werden sie enttäuscht. Die größte Volkswirtschaft der Welt arbeitet sich nach dem verheerenden Immobiliencrash aus der Krise. Die Wirtschaft des Landes wird in diesem Jahr stärker wachsen als die in Europa, allerdings nicht so dynamisch wie am Ende früherer Rezessionen. Auch für die USA gilt daher, dass langfristig orientierte Anleger auf Unternehmen setzen sollten, die überproportional von der Globalisierung profitieren und bewiesen haben, dass sie auch bei moderatem Wachstum überzeugen können.
Kaum eine Branche ist so eng mit dem Aufstieg Amerikas verbunden wie die Eisenbahn, die im 19. Jahrhundert die Erschließung des Kontinents vorantrieb. Auch heute ist die Lok als Dampfmacher der Binnenwirtschaft unverzichtbar. Der Transport über die Schiene ist auf den langen Strecken des Riesenkontinents den Trucks klar überlegen. Zieht die Konjunktur an, steigen Umsatz und Preise. Durch die starke Stellung im Westen der USA profitiert Union Pacific (ISIN: US 907 818 108 1) auch von Exporten aus Asien, die im Inland weitertransportiert werden müssen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der ­Aktie liegt leicht unter dem historischen Mittelwert, der Zug ist also noch nicht abgefahren.
Ebenfalls ein unter deutschen Anlegern eher unbekannter Konjunkturgewinner ist United Technologies (US 913 017 109 6). Der Umsatz der Holding, zu der unter anderem der Aufzughersteller Otis gehört, verteilt sich gleich gewichtet über die Branchen Luftfahrt und Industrie. Der Vorstand hat die Gewinnprognose gerade angehoben. Die Aktie hat mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 weiterhin Luft nach oben.
Eine langfristig attraktive Wachstumsstory ist das Markenkonglomerat VF Corp. (US 918 204 108 0), das sich verstärkt auf Outdoor- und Actionsport konzentriert. Namen wie Timberland oder North Face dürften ihr globales Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgereizt haben. Die VFC-Aktie ist für risikofreudige Anleger eine Alternative zum nach Umsatz mehr als doppelt so großen Wettbewerber Adidas.
Das Software-Unternehmen Teradata (US 880 76W 103 6) ermöglicht es Kunden, große Datenmengen zu analysieren. Das hilft zum Beispiel Handelsunternehmen, das Kaufverhalten ihrer Kunden nachzuvollziehen. Oder Banken, die Risiken komplexer Finanzgeschäfte zu kalku­lieren. Die Teradata-Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 nicht mehr billig, aber auch wegen immer wieder aufflammender Übernahmespekulationen weiterhin kaufenswert.
Auch auf den ersten Blick unspektakuläre Unternehmen bieten An­legern Chancen. Die Billighandelskette Dollar Tree (US 256 746 108 0), einer der Top-Performer im Nasdaq-100-Index, hat ihr Handelsnetz in den USA auf 4350 Filialen ausgebaut. Morgan Stanley traut dem Unternehmen langfristig eine Steigerung der Ladenzahl auf etwa 6.000 zu. Vor allem das Nachbarland Kanada steht im Fokus der Expansion. Analysten reagierten zuletzt ein wenig enttäuscht auf den Gewinnausblick des Vorstands. Rückschläge der Aktie bieten Einstiegschancen.

Investor-Info

Lieblingsaktien
Was die Deutschen klicken

Das Comeback der Finanzaktien hält die Anleger in Atem. Commerzbank und Deutsche Bank waren im Februar die am häufigsten geklickten Werte beim Finanzportal Finanzen.net. Dahinter folgt Daimler. Auf dem vierten Platz der erste ausländische Wert – Apple. Das Unternehmen ist mit seinen Produkten im Alltag der Deutschen fest verankert. Das erklärt die geringen Berührungsängste. Ansonsten hält sich das Interesse an ausländischen Titeln in Grenzen: Mit Nokia folgt der zweite Wert erst auf Rang 23. Unter den Top 50 finden sich nur elf internationale Titel. Am ehesten interessieren sich die Deutschen für amerikanische Aktien: Neben Apple schaffen es Cisco, Colgate-Palmolive, Washington Mutual, Intel und die Citigroup unter die ersten 50. Europa ist neben Nokia lediglich durch BP, Nestlé, Unicredit und Royal Dutch vertreten. 

Top-Performer
Internationale Offensive

Die größten europäischen Aktien finden sich im Stoxx Europe 50. Seit Jahresbeginn hat sich der deutsche Automobilhersteller Daimler an die Spitze gesetzt. Auffallend ist die große Zahl der Finanzwerte unter den besten zehn Aktien des Jahres. Diese Titel hatten in den Vormonaten besonders deutlich eingebüßt. Betrachtet man die vergangenen zwölf ­Monate, ergibt sich ein anderes Bild: Topwerte sind dann British American Tobacco und Diageo, also britische Aktien aus defensiven Branchen.

Bildquellen: istock/Maryna Pleshkun
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