Griechenland ist überall: Investoren und die Staatsschulden
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Investor-Info
Strategien für eine neue Welt
Dividenden und Gold im Fokus
Die „neue Normalität“ für die Industriestaaten, wie sie von Experten wie Bill Gross von Pimco, einem der weltweit größten Vermögensverwalter, prophezeit wird, soll aufgrund der hohen Schuldenlast öffentlicher und privater Haushalte durch geringes Wirtschaftswachstum geprägt sein. Schlechte Aussichten für Unternehmen, die nur in guten Konjunkturzyklen aufblühen. Dividendenaktien oder Unternehmen mit solider Substanz bieten dagegen stetige Erträge.
Der Dividendenfonds DWS Top Dividende vereint beides (ISIN: DE 000 984 811 9). Wer sich auf der Suche nach Wachstumsmärkten befindet, sollte auf globale Megatrends setzen. Eine wachsende Weltbevölkerung will ernährt werden, was Agrarflächen zu einem sicheren und lukrativen Investment macht, hier sind Fonds auf Agrarrohstoffe interessant.
Auch von der alternden Bevölkerung der Industriestaaten können Anleger profitieren: Allianz Global Investors rechnet bis 2050 mit einem Anstieg der Gesundheitskosten in einigen westlichen Ländern auf bis zu 15 Prozent der Wirtschaftsleistung. Davon dürften Pharmaunternehmen und Medizintechnikfirmen profitieren. Der Fonds UNISector: Biopharma (LU 010 144 108 6) ist daher empfehlenswert.
Für Goldfans bietet sich neben dem Kauf von physischem Gold auch die Möglichkeit, in mit dem Edelmetall unterlegte Schuldverschreibungen wie den ETFS Physical Swiss Gold (DE 000 A1D CTL 3) zu investieren.
Schwellenländerinvestments
Aktien und Anleihen
Das hohe Wachstum verbunden mit geringer Verschuldung macht Anlagen in Schwellenländer interessant. Einer der besten Fonds für Schwellenländeraktien der vergangenen zehn Jahre ist der Comgest Magellan (FR 000 029 227 8) mit einem Plus von über 168 Prozent in der vergangenen Dekade. Ebenfalls interessant sind die Anleihen aus den Emerging Markets, die bei Anlageprofis hoch im Kurs stehen. Eines der besten Portfolios ist der Templeton Emerging Markets Bond Fund, der im vergangenen Jahr über 55 Prozent zugelegt hat. Fondsmanager Michael Hasenstab setzt derzeit stark auf Staatsanleihen aus Venezuela und Südkorea, die knapp 20 Prozent des Portfolios ausmachen.
Ouzo-Bonds
Riskante Wette auf Erholung
Nur für sehr risikobereite Optimisten, die auf eine Beruhigung der Krise durch Sparmaßnahmen und Finanzhilfen durch die EU setzen, bieten sich Staatsanleihen aus Griechenland an. Die Bonds werfen aufgrund des höheren Risikos im Vergleich zu Bundesanleihen deutlich höhere Renditen ab. Anleger sollten möglichst kurze Laufzeiten wählen, um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren. Zudem sollten Investoren die Ouzo-Bonds nur als Depotbeimischung nutzen.
GR 012 401 549 7
GR 012 401 852 5
GR 011 402 045 7
GR 011 402 146 3
GR 012 402 660 1
Schuldenentwicklung
Verkehrte Welt
Das Attribut „Schuldenstaaten“ brachte man in der Vergangenheit mit Emerging Markets in Verbindung. Doch gemessen an der Wirtschaftsleistung ist der Schuldenstand in Industrienationen deutlich höher als in Schwellenländern. Rohstoffreserven und der Aufstieg einer konsumorientierten urbanen Mittelschicht befeuern dort das Wirtschaftswachstum, was den Haushalten zugutekommt. Im Westen explodieren die Schulden dagegen.
Zinsentwicklung
Schuldenspirale in den Abgrund
Steigende Schulden führen zu höheren Zinsen. Bleibt etwa das britische Haushaltsdefizit auf dem Niveau von 2011, erhöht sich die Schuldenlast auf der Insel laut einer Modellrechnung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bis 2040 auf über 500 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 30 Prozent des BIP würden dann allein von Zinszahlungen aufgefressen. Nur ein Kurswechsel kann den Kollaps noch verhindern.
Staatspleiten
Nach der Krise kommt die Pleite
„Dieses Mal ist es anders“ nannten die Ökonomen Rogoff und Reinhart ihre Studie über Etatkrisen seit dem 14. Jahrhundert. Ihre These: Auf jeden Aufschwung folgt ein Absturz, der Staaten in die Pleite treibt. Doch während der Boomphasen finden Propheten des Untergangs naturgemäß kaum Gehör. Werden Staatskassen aber durch Kriege, Revolutionen oder Finanzkrisen überdurchschnittlich belastet, treten bestehende fiskalische Probleme offen zutage. Dann platzen Blasen, die sich während der Euphorie des Aufschwungs gebildet haben. Auch Investmentlegende Warren Buffett weiß: Erst bei Ebbe sieht man, wer in der Flut ohne Badehose geschwommen ist. Eine Regel, die auch für Staatskassen gilt.
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