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aktualisiert: 25.10.2012 18:42

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von S. Parplies und A. Zehbe, €uro am Sonntag

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USA vor den Wahlen: Welche Aktien jetzt im Fokus stehen

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Derzeit liegt bei Umfragen US-Präsident Obama vor seinem Herausforderer Romney
US-Aktienmarkt: Die Wahlen in den USA bewegen auch die Börsen. Worauf sich Anleger jetzt einstellen sollten. Welche US-Aktien im Fokus stehen.

von S. Parplies und A. Zehbe, Euro am Sonntag

Obama kommt. Das bedeutet erst mal Ärger. Weil die Maschine des Präsidenten New York anfliegt, werden Dutzende Flugzeuge in die Warteschleife geschickt oder umgeleitet. So ist das halt, wenn der US-Präsident einen Ausflug macht.

Für Obama selbst wird es ein entspannter Abend. Nach einem Abstecher zu einer Wahlkampfveranstaltung im Nobelhotel Waldorf Astoria zieht der Präsident weiter in den hippen Nachtklub 40/40. Rapper Jay-Z und Gemahlin Beyoncé haben ­Obama-Anhänger zum Abendessen geladen. Tickets kosten angeblich 40.000 Dollar. Der Erlös geht in die Wahlkampfkasse.

New York steht treu an der Seite Obamas. Der nach Einwohnern drittgrößte Staat der USA wird, das zeigen die Umfragen, bei der Präsidentschaftswahl am 6. November mit deutlicher Mehrheit für den Amtsinhaber stimmen. Trotz der Abneigung der in New York tief verwurzelten Finanzindustrie.

Der große Tag, an dem die Amerikaner neben dem Präsidenten auch die meisten Abgeordneten des Bundesparlaments neu wählen, polarisiert. Selten standen sich die großen Parteien des Landes so unversöhnlich gegenüber. Die ideologischen Gegensätze von Demokraten und Republikanern machen die Wahl deshalb auch zu einer wichtigen Entscheidung für viele Unternehmen und deren Aktionäre. Besonders deutlich dürfte sich der Wahlausgang auf den Finanzsektor auswirken, dessen Handlungsfreiheit durch Regulierungen der Obama-Regierung eingeschränkt wird. Das macht Aktien wie Bank of America zu einem beliebten Spekulationsobjekt. Das Kalkül: Romney, der ehemalige Finanzinvestor, wird die Regulierung lockern oder zumindest nicht weiter verschärfen. „Wir glauben, dass eine republikanische Regierung positiv für Bankaktien wäre“, heißt es in einem Strategie­papier der Credit Suisse.

Rüstungsetat unter Beschuss
Auch für Amerikas Rüstungs­industrie geht es um viel Geld. Obama hat eine Reorganisierung der Streitkräfte angekündigt: Kleine Spezialeinheiten sollen gestärkt, bei der Masse soll gespart werden. Vor allem aber soll der Verteidigungsetat im kommenden Jahr erstmals seit 1998 schrumpfen. Bis 2017 soll das Niveau von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 2,9 Prozent sinken. Das würde das Geschäft der Rüstungskonzerne treffen. Romney hingegen will das Budget bei mindestens vier Prozent halten. Unter anderem will er mehr Schiffe für die Navy bauen lassen und den unter Obama aussortierten Kampfjet F-22 wieder ins Programm nehmen. Das käme vor allem Lockheed Martin entgegen. Der Konzern ist der größte Auftragnehmer des Verteidigungsministeriums, gefolgt von Boeing, General Dynamics und Raytheon.

Am emotionalsten geführt wird der Wahlkampf über die Zukunft des amerikanischen Gesundheitssystems — dem teuersten und zugleich ineffizientesten der westlichen Welt. Während Obamas Reform durch staatliche Maßnahmen jedem Amerikaner die Chance auf Versicherungsschutz geben soll, setzt Romney auch in diesem Bereich auf die Kraft des freien Marktes.

Da mit Obamas Gesundheitsreform die Zahl der Versicherten deutlich steigen wird, werden nach Einschätzung von Goldman Sachs Krankenhausbetreiber wie HCA Holdings und Community Health Systems zu den größten Gewinnern eines Obama-Siegs zählen. Pharmakonzerne wiederum müssten mit stärkerem Kostendruck rechnen. Sollte Romney triumphieren, werde das am ehesten privaten Krankenversicherern wie UnitedHealth helfen.

Stolperfalle für Anleger
Börsianer, die auf den Wahlausgang spekulieren, stehen allerdings vor einem Problem: Obama liegt in den Umfragen aus den Einzelstaaten relativ komfortabel in Führung. Ein Sieg des Amtsinhabers wäre also keine Überraschung. Die Auswirkung auf die Aktienkurse müsste demnach bereits verarbeitet sein. Auch deshalb sind Kursreaktionen nach dem Wahltag meist kurzlebig. Anleger sollten daher Gewinne schnell mitnehmen.

Noch spannender wird es für die Aktienmärkte in den Wochen nach der Wahl. Dann steht das politische System der USA vor einer harten Bewährungsprobe: der sogenannten „fiscal cliff“ („fiskalische Klippe“). Nach aktuellem Stand wird die Steuerlast der US-Bürger und Unternehmen zum Jahreswechsel um mehr als 500 Milliarden Dollar in die Höhe schießen. Zusätzlich würden Etatkürzungen von 100 Milliarden in Kraft treten, vor allem zulasten des Verteidigungsetats. Das würde das Haushaltsdefizit halbieren, zugleich aber massiv die Wirtschaft belasten.

Der negative Effekt der „fiscal cliff“ wird auf vier Prozent des ­Bruttoinlandsprodukts taxiert — das würde nach Expertenschätzung zwei Millionen Arbeitsplätze vernichten und die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Um einen solchen Absturz zu verhindern, müssen beide Parteien einen umfassenden Kompromiss zur Sanierung der Staatsfinanzen finden. Die Verhandlungen darüber sind immer wieder an den ideologischen Gegensätzen gescheitert. Verschärft wird der Druck auf Parlament und Präsident durch die sich ausweitende Staatsverschuldung, die inzwischen die kritische Grenze von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht hat. Im ersten Quartal 2013 dürfte das Defizit zudem erneut die gesetzlich verordnete Obergrenze erreichen.

Börsenprofis setzen auf einen Sieg der Vernunft: „Wir glauben nicht, dass verantwortungsvolle Abgeordnete in beiden Parteien das Risiko eingehen werden, für eine eindeutig vermeidbare Rezession verantwortlich gemacht zu werden“, heißt es bei der Schweizer Bank UBS.

Bei Goldman Sachs ist man weniger zuversichtlich. Die Chance auf eine Einigung rechtzeitig vor dem Jahreswechsel wird auf lediglich 55  Prozent geschätzt, falls sich die Machtverhältnisse im Kongress durch die Wahlen nicht ändern. Sollte es tatsächlich Verzögerungen geben, stünde den Aktienmärkten ein aufregender Dezember bevor. Der S & P 500 habe bis Jahresende ein Abwärtspotenzial bis auf 1.250 Punkte, also mehr als zehn Prozent, warnt Goldman Sachs.

Ein Blick auf den Zeitplan zeigt, wie dicht Amerika auf die „fiskalische Klippe“ zusteuert: Erst eine Woche nach der Wahl werden die Abgeordneten erstmals wieder zusammentreten. Durch den Erntedankfeiertag wird die Pause weiter verlängert. Bis zu Beginn der Weihnachtsferien bliebe ein Zeitfenster von rund vier Wochen. Zweimal bereits hatten Demokraten und Republikaner zuletzt wichtige Kompromisse erst in der zweiten Dezember-Hälfte gefunden. In schlechter Erinnerung ist auch die Verhandlungsschlacht um die Erhöhung der Staatsschuldengrenze im vergangenen Jahr.

Starke Unternehmen
Als Notlösung bliebe ein Aufschieben des Problems: Die Steuersenkungen könnten um einige Wochen oder Monate verlängert werden, um mehr Zeit für einen großen Kompromiss zu haben — laut Citigroup die wahrscheinlichste Entwicklung.

Das Störfeuer der Politik wäre aus Sicht der Börse besonders ärgerlich, denn zuletzt haben sich die Anzeichen verstärkt, dass die amerikanische Wirtschaft Fahrt aufnimmt.
Ein vom Datendienst Bloomberg erstellter Index, der 38 Indikatoren für den Zustand der US-Wirtschaft bündelt, zeigt eine steigende Zahl an positiven Überraschungen, vor allem vom Arbeits- und Immobilienmarkt. Beide Bereiche sind wichtig, weil sie den privaten Konsum stärken, der rund 70 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes ausmacht.

Trotz der Krise in den europä­ischen Absatzmärkten und des abflauenden Wachstums Chinas haben die Unternehmen die Finanzkrise relativ schnell überwunden. Inzwischen aber geht die Dynamik zurück. Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit leicht gesunkenen Gewinnen der 500 größten US-Unternehmen. Das allein ist keine Kata­strophe, zeigt aber, dass der Aufschwung auf wackeligen Beinen steht. Bislang haben 69 Unternehmen des S & P 500 ihre Geschäfts­zahlen für die Sommermonate veröffentlicht — 42 übertrafen die Analystenerwartung. Das entspricht einer Quote von 61 Prozent und liegt leicht unter dem historischen Mittel.

Börsianer setzen auf Romney
Und wenn Romney die Präsidentschaftswahl doch noch gewinnen sollte? Aus Sicht vieler Börsianer wäre das der beste Ausgang. Nicht nur weil die republikanische Partei im Ruf steht, mehr Verständnis für die Interessen der Wirtschaft aufzubringen als die Demokraten. Ein Sieg Romneys wäre nur durch einen deutlichen Stimmungsumschwung möglich und würde dadurch den Republikanern neben dem Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat bringen, kalkuliert die UBS. Bei klaren Machtverhältnissen wiederum würde die „fiscal cliff“ ihren Schrecken verlieren.

Das würde es zumindest für New Yorks Banker leichter machen, verlängerte Wartezeiten zu verdauen, wenn ein Präsident den Flugplan durcheinanderwirbelt.

Investor-Info

HCA Holdings
Versicherungsfall

Mehr krankenversicherte Amerikaner bringen mehr Kundschaft und damit höhere Erträge. Diese Überlegung macht den größten privaten Krankenhaus­betreiber der USA zu einem potenziellen Profiteur von Obamas Gesundheitsreform. Eine Wiederwahl des Präsidenten und ein starkes Abschneiden der Demokraten sollte der Aktie trotz zuletzt leicht enttäuschender Geschäftszahlen einen Schub geben.

First Solar
Hoffnungsschimmer

Barack Obama gilt als Freund erneuerbarer Energien, stößt mit seinen Plänen im Parlament aber auf Widerstand. Nach einem Wahlsieg könnte der Präsident energischer vorgehen. Davon würde First ­Solar, der weltgrößte Hersteller von Dünnschicht­modulen, profitieren. Unabhängig von Obama zählt First Solar zu den wenigen Unternehmen der Branche, denen Analysten nachhaltig Gewinne zutrauen. 

Lockheed Martin
Kampfmaschine

Der Rüstungsriese zog im vergangenen Jahr 82 Prozent seines Umsatzes aus Aufträgen der US-Regierung. Entsprechend anfällig ist Lockheed für Budgetkürzungen. Von Romney favorisierte Projekte wie der Kampfjet F-22 würden helfen. Die Dividendenrendite von mehr als vier Prozent ist attraktiv, die Aktie würde von einem Überraschungssieg der Republikaner profitieren.

UnitedHealth Group
Überraschungskandidat

Der Krankenversicherer mit über 75 Millionen Kunden hat gerade seine Gewinnprognose für 2012 angehoben. Die Aktie kommt dennoch nicht auf Touren, weil Investoren steigende Kosten im Zuge von Obamas Gesundheitsreform fürchten. Das Papier ist günstig bewertet und sollte bei einem starken Wahlergebnis der Republikaner spürbar zulegen.

Walmart
Größer durch kleiner

Für Anleger, die langfristig in US-Unternehmen investieren wollen, ist und bleibt die weltgrößte ­Supermarktkette erste Wahl. Für das Geschäftsjahr 2013 stellt Walmart einen soliden Umsatzanstieg von erneut fünf bis sieben Prozent in Aussicht. Um neue Kunden zu erreichen, setzt der Konzern inzwischen auch auf kleinere Läden — ein Konzept, das offenbar aufgeht. Die Aktie markiert ein neues Allzeithoch, ist also auch charttechnisch interessant.

Ebay
PayPal macht sich bezahlt

Früher war Ebay ein Onlinetrödelmarkt. Heute setzt das Unternehmen immer stärker auf den Verkauf von Neuware zu Festpreisen — das bringt höhere Vermittlungsprovisionen. Zweites Standbein ist der Bezahldienst PayPal, der bereits mehr als 40 Prozent des Gesamtumsatzes beisteuert. Die Aktie ist inzwischen nicht mehr billig, die Wachstumsaussichten vor allem bei PayPal sollten aber weitere Kurssteigerungen ermöglichen.

Procter & Gamble
Kreative Unruhe

Procter & Gamble hat weiterhin Wachstums­potenzial in den Schwellenländern. Dort erzielt der Konsumgüterriese knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes, Rivalen wie Unilever kommen auf über 50 Prozent. Positiven Einfluss auf den Aktienkurs sollte auch der neue Großaktionär haben — der Finanzinvestor Pershing Square ist dafür bekannt, dass er Druck auf das Management ausübt. P & G bleibt dank starker Marken und solider Dividende ein Basisinvestment.

Disney
Konjunkturgewinner

Disney ist mehr als Micky Maus. Die einstige Zeichentrickfirma ist zu einem globalen Medienkonzern mit Filmstudios, TV-Sendern, Freizeitparks und Lizenzartikeln geworden. All diese Bereiche könnten von ­einer anziehenden Konjunktur und steigender Konsumlust der US-Bevölkerung profitieren. Das sollte der Aktie trotz der deutlichen Kursgewinne seit ­Jahresbeginn noch weiteren Auftrieb verleihen.

Bildquellen: Christopher Halloran / Shutterstock.com

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