PARIS (Dow Jones)--Das EADS-Konsortium Eurofighter kommt vermutlich bei einem Großauftrag des indischen Verteidigungsministeriums nicht zum Zuge. Stattdessen hat der französische Flugzeugbauer Dassault Aviation gute Chancen, den Auftrag über 126 Kampfflugzeuge im Wert von rund 10 Milliarden US-Dollar zu gewinnen. "Von den letzten beiden Bietern war das Angebot (von Dassault) das niedrigste", sagte ein Mitarbeiter des indischen Verteidigungsministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Eine endgültige Entscheidung über den Milliardenauftrag werde erst in einigen Monaten fallen, fügte er hinzu. Die Aktie von Dassault Aviation reagierte positiv und stieg am späten Nachmittag um 17 Prozent.
Die EADS-Tochter Cassidian zeigte sich enttäuscht über die drohende Niederlage. "Auch wenn die Verträge noch nicht unterschrieben sind und die Vertragsverhandlungen noch anhalten, sind wir enttäuscht," sagte ein Unternehmenssprecher. Bereits akquirierte Aufträge über 300 Kampfflugzeuge seien von der Entscheidung der indischen Regierung allerdings nicht betroffen, fügte er hinzu.
Das Eurofighter-Konsortium gehörte gemeinsam mit den Franzosen zu den letzten beiden Bietern für den indischen Milliarden-Auftrag. Im April waren die Mitbewerber Boeing, Lockheed Martin, United Aircraft und Saab AB ausgeschieden.
Für die EADS-Tochter wäre der Auftragsverlust ein weiterer herber Rückschlag. Im vergangen Jahr hatte das deutsche Verteidigungsministerium seine ursprüngliche Eurofighter-Bestellung bereits um knapp ein Fünftel auf 140 Maschinen reduziert. Daraufhin hatte der Flugzeugbauer entschieden, sich stärker auf den internationalen Markt konzentrieren zu wollen. Neben Indien bemüht sich das Unternehmen in der Schweiz und in Japan um Aufträge. Dabei geht es aber um wesentlich geringere Stückzahlen.
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January 31, 2012 12:02 ET (17:02 GMT)
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