Schuldenkrise noch nicht gelöst
Nach Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs ist die Gefahr von Rückschlägen bei der Überwindung der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise längst nicht gebannt. „Wir glauben, dass die europäische Schuldenkrise als Ganzes noch nicht gelöst ist“, sagte der Chef-Aktienstratege der US-Bank, Peter Oppenheimer, im Interview mit €uro am Sonntag.
„Die Politik und die Europäische Zentralbank haben sich inzwischen zwar in die richtige Richtung bewegt, um die großen Systemrisiken einzudämmen, sodass ein Zusammenbruch von Banken oder ein Auseinanderfallen des Euro aus unserer Sicht unwahrscheinlich geworden ist.“ Die ökonomischen Ungleichgewichte in Europa seien jedoch nach wie vor gravierend, was die Entwicklung der Konjunktur und der Kreditmärkte angehe. Der Alte Kontinent müsse gerade deswegen als das Hauptrisiko für eine Erholung der Weltkonjunktur gesehen werden. Die positiven Impulse 2013 kämen hingegen aus Asien.
Vor diesem Hintergrund solle man „europäische Bankaktien untergewichten“, so Oppenheimer am Rand der globalen Strategiekonferenz von Goldman Sachs in Frankfurt. „Sie sind durch Regulierung und Kapitalvorgaben in ihrer Bewegungsfreiheit und Ertragskraft eingeschränkt. Und die meist sehr starke Konzentration auf den Heimatmarkt sorgt für zusätzliche Risiken.“ Dagegen rate er zu Investments in US-Banken, weil diese trotz teils schon starker Kurszuwächse noch immer günstig bewertet seien und weniger Risiken aufwiesen.
Bei europäischen Aktien empfiehlt Oppenheimer beispielsweise Versicherer wegen ihrer im Vergleich zu Banken günstigeren Risikostruktur, „aber auch Autowerte, insbesondere deutsche Hersteller wegen ihrer globalen Ausrichtung“. Konkrete Aussagen zu einzelnen Unternehmen wollte der Aktienstratege aber nicht machen.
„Insgesamt sehen wir den deutschen Aktienmarkt mit seinem Leitindex DAX auch 2013 weiter im Aufwärtstrend.“ Auch hier wollte sich Oppenheimer nicht auf eine Jahresendprognose für den Index festlegen lassen. Das komplette Interview erscheint in der nächsten Ausgabe dieser Zeitung.
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