01.11.2012 19:39

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EUROKRISE

Schweizer Notenbank verkauft heimlich Euro-Bestände



Schweizer Notenbank verkauft heimlich Euro-Bestände
Die Schweizerische Nationalbank hat offenbar den Euro-Höhenflug dazu genutzt, Kasse zu machen - und zwar nahezu unbemerkt von den Märkten.

Wie aus dem jüngsten Ausweis der SNB hervorgeht, hat die Zentralbank den Euro-Anteil ihrer Devisenreserven per Ende September auf 48 Prozent verringert. Ende Juni waren noch 60 Prozent der Bestände in Euro angelegt gewesen.

   Die SNB muss also zwischen Anfang Juli und Ende September an den Märkten aggressiv Euro verkauft haben, vornehmlich gegen Pfund Sterling und Dollar. Da die Devisenreserven der Schweiz wegen der Interventionen zur Verteidigung der Franken-Grenze bis Ende September das Niveau von rund 430 Milliarden Schweizer Franken erreicht haben und damit zu den höchsten der Welt gehören, sollten diese Umschichtungen an den Märkten eigentlich zu kräftigen Bewegungen geführt haben.

   Die Verkäufe im Sommer am Devisenmarkt mit einem täglichen Umsatz von rund vier Billionen Dollar blieben wegen des Euro-Höhenflugs aber offenbar unbemerkt. Der Euro legte sogar zu, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt hatte, sie werde unter Auflagen unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern erwerben, und die US-Notenbank die Geldpolitik weiter gelockert hatte. Der Euro stieg trotz der SNB-Verkäufe von gut 1,20 Dollar Mitte Juli auf 1,31 Dollar Mitte September.

   "Die SNB muss die Gelegenheit genutzt haben und nach der Rede von EZB-Präsident Mario Draghi Ende Juli auf der Gegenseite des Marktes als Verkäufer aktiv gewesen sein", sagte Thomas Kressin, Leiter des europäischen Währungsteams bei der zur Allianz gehörenden Pacific Investment Management Co (Pimco) in München. "Die SNB hat antizyklisch gehandelt und den Markt mit der gesuchten Liquidität versorgt, daher hinterließ sie keinen so großen Fußabdruck."

   Zwischenzeitlich habe es am Markt immer mal wieder Gerüchte gegeben, dass die Schweizer Notenbank Euro gegen andere Währungen verkaufe, sagte Geoffrey Kendrick, Leiter der europäischen Devisenstrategie bei Nomura in London. Diese Gerüchte hätten sich nun als wahr erwiesen. Nach seinen Schätzungen dürfte die SNB in den drei Monaten Euro im Gegenwert von rund 76 Milliarden Franken verkauft haben.

   Weitere umfangreiche Verkäufe durch die SNB sind aber wohl vorerst nicht zu erwarten. SNB-Sprecher Walter Meier sagte, der Rückgang des Euro-Anteils an den Devisenbeständen sei ein "rebalancing", mit dem der Anteil wieder auf den langfristig angestrebten Prozentsatz von rund 50 Prozent zurückgeführt worden sei.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/WSJ/chg

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

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Von Clare Connaghan

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Kommentare zu diesem Artikel

belfegore schrieb:
01.11.2012 22:33:59

schade, mein Hinweis hat die falschen motiviert.Aber man kann nicht alles haben.

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