12.11.2012 20:49
Bewerten
 (0)

Troika: Griechenland braucht bis 2016 zusätzlich 32,6 Milliarden Euro

Eurokrise: Troika: Griechenland braucht bis 2016 zusätzlich 32,6 Milliarden Euro | Nachricht | finanzen.net
Troika: Griechenland braucht bis 2016 zusätzlich 32,6 Milliarden Euro
Eurokrise
Griechenland benötigt zwischen 2013 und 2016 zusätzlich die hohe Summe von 32,6 Milliarden Euro.
Der Betrag wird wirksam, wenn Griechenland zwei Jahre Aufschub bei dem Reform- und Sparkurs erhält, was in Brüssel als ausgemachte Sache gilt.

   Dow Jones Newswires hatte vorab Einblick in den Entwurf der Troika-Buchprüfer von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), in dem es wörtlich heißt: "Eine Finanzierungslücke hat sich wegen der schleppenden Privatisierung, langsameren Wachstums und eines längeren Zeithorizonts beim Abbau des Defizits aufgetan".

   Bis Ende 2014 braucht Griechenland allein 15 Milliarden Euro mehr. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Sparen und Reformieren eigentlich ein Ende haben. Schon vor dem Bericht war klar, dass dieser Termin nicht zu halten ist. Der Entwurf der Troika-Delegation wurde auch den Finanzministern der Euro-Länder vorgelegt, die sich zur Stunde in Brüssel versammeln. Um die Verlängerung für Athen werden die Minister wohl kaum mehr herumkommen.

   Die Buchprüfer warnen, dass ohne einen Aufschub die Kürzungen "ungewöhnlich hart" ausfallen müssten. Ein Entgegenkommen würde es der Regierung um Ministerpräsident Antonis Samaras erlauben, erst 2016 einen Primärüberschuss von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu erzielen und nicht bereits 2014. Der Primärüberschuss ist der Einnahmeüberschuss des Staates ohne Zinszahlungen.

   Die Euro-Finanzminister haben sich in Brüssel versammelt, um über die Auszahlung der nächsten Rate aus Rettungspaket für Griechenland zu beraten. Dabei geht es um die Summe von 31,5 Milliarden Euro, die schon lange auf den Konten des griechischen Patienten eingetroffen sein sollten. Doch die Auszahlung verschiebt sich seit Monaten. Das griechische Parlament hatte am Sonntag den neuen Sparhaushalt für das Jahr 2013 mit solider Mehrheit beschlossen, was als eine unbedingte Voraussetzung für neues Geld aus Brüssel bestimmt wurde.

   Am Morgen hatte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker den Bericht der Troika schon einmal "im Grundton positiv" genannt, war aber jegliche Details schuldig geblieben. "Es gab in den vergangenen Monaten eine deutliches Aufholen bei den Reformen", lobt auch die Troika. Die Regierung habe eine klare Haltung gezeigt und das Programm zurück in die Spur gebracht.

   Trotz der Anerkennung der Kassenprüfer kann es noch Wochen dauern bis Griechenland die nächste Rate ausgezahlt bekommt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wünscht eine saubere Lösung in der kniffligen Frage und bremst das Drängen anderer Amtskollegen. Bei der EZB ist man aber zuversichtlich, dass Griechenland trotzdem nicht Pleite gehen wird.

   Athen wird sich weiter mit kurzlaufenden Staatsanleihen über Wasser halten, die von griechischen Banken gekauft werden. Diese können sie dann zum Teil wieder als Sicherheiten bei der griechischen Zentralbank hinterlegen, um frische Liquidität zu bekommen. Auch wenn die EZB das Limit für die Kurzläufer gesenkt hat, die als Pfand hinterlegt werden können, hat der EZB-Rat gleichzeitig beschlossen, mehr andere Sicherheiten zu akzeptieren. Das kompensiert die Delle bei den Kurzläufern und bringt Griechenland nicht in akute Gefahr.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/chg/ros (END) Dow Jones Newswires

   November 12, 2012 14:31 ET (19:31 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 31 PM EST 11-12-12

Von Alkman Granitsas, Stelios Bourras und Christian Grimm

ATHEN--

Bildquellen: Anastasios71 / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt trotz Brexit-Antrag im Plus -- Dow Jones im Minus -- Deutsche Bank zu US-Millionenstrafe verurteilt -- Daimler erwartet Rekordquartal -- Grammer, AURELIUS, Tesla im Fokus

Bayer leitet wohl Verkauf von Spartenteilen wegen Monsanto ein. Samsung präsentiert sein neues Top-Modell Galaxy S8. Wells Fargo zahlt 110 Millionen Dollar in Scheinkonten-Affäre. Bankentitel nach Bericht über Kurs der EZB im Fokus. UBS-Analyst: Nur unter diesen Bedingungen kann die Apple-Aktie auf 200 Dollar steigen. SolarWorld verspricht bis 2019 wieder schwarze Zahlen.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
BASFBASF11
Siemens AG723610
EVOTEC AG566480
BMW AG519000
Infineon Technologies AG623100