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01.12.2012 06:00

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EUROKRISE UND FISKALKLIPPE

DAX: Hoffnung treibt die Börsen

Commerzbank zu myNews hinzufügen Was ist das?



Die Finanzwelt blickt gen USA
Deutscher Leitindex ist auf dem Weg zu alten Höchstständen. Immer mehr Volkswirte sehen 8.000er-Schwelle in greifbarer Nähe. Commerzbank: „Die Saat der Niedrigzinsen wird aufgehen“.

von W. Ehrensberger, T. Schäfer und K. Szola, Euro am Sonntag

Zum Jahresende dreht die Börse noch einmal richtig auf, befeuert vor allem von Hoffnungen auf ein rasches Ende des US-Haushaltsstreits. Der deutsche Leitindex DAX näherte sich gestern weiter seinem bisherigen Jahreshoch von 7.478 Punkten, das er am 21. September erreicht hatte. Immer mehr Volkswirte und Anlagestrategen gehen jetzt davon aus, dass das Börsenbarometer im kommenden Jahr die 8.000er-Schwelle knacken könnte und möglicherweise sogar die bisherige Bestmarke von Juli 2007 mit 8.151,57 Punkten schlagen wird. Optimistisch zeigte sich insbesondere Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank: „Ich erwarte, dass der DAX im kommenden Jahr die alten Höchststände über der Marke von 8.000 erreicht“, sagte Krämer dieser Zeitung.

Gewinne werden steigen
Zuvor schon hatten Helaba und Deutsche Bank eine weitere Erholung des Börsenbarometers für 2013 prognostiziert. Die Helaba sieht den DAX Ende 2013 sogar auf einem Rekordhoch von 8.200 Punkten. „Noch leiden Aktien unter der Rezession im Euroraum“, erläuterte Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer. „Und noch revidieren die Analysten ihre Erwartungen für die Unternehmensgewinne herab. Aber wenn die EZB das Risiko eines Zerfalls der Währungsunion mit der Notenpresse gebannt haben wird, wird die Saat der extrem niedrigen EZB-Leitzinsen aufgehen und die Konjunktur anschieben. Das wird die Unternehmensgewinne wieder steigen lassen, was wiederum positiv für die Aktienkurse ist.“

In den vergangenen Tagen machten sich zudem Hoffnungen auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit breit. „Es muss nicht alles toll sein, damit sich die Märkte entspannen, es muss nur besser werden“, sagte ein Händler. US-Präsident Barack Obama hatte sich in der Nacht zum Donnerstag zuversichtlich gezeigt, dass sich die Demokraten bis Weihnachten mit den Republikanern auf ein Rahmenabkommen zur künftigen Haushaltspolitik einigen könnten. Auch sein republikanischer Gegenspieler, Parlamentspräsident John Boehner, hatte Entgegenkommen signalisiert.

Der Präsident der Zweigstelle New York der US-Notenbank Fed, William Dudley, warnte in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich vor einem Scheitern der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern. Schaffen es die Kontrahenten nicht, sich bis zum Jahresende zu einigen, treten zum Jahreswechsel gleichzeitig Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft („fiscal cliff“), was eine Rezession zur Folge haben könnte. „Wenn eine glaubwürdige parteiübergreifende Vereinbarung zustande kommt, wird dies das globale Vertrauen in die USA stärken. Dann zeigen wir der Welt, welchen großen Markt wir haben“, sagte Dudley.

Gelinge die Einigung nicht, seien die Folgen dagegen verheerend. „Ein Scheitern würde zeigen, dass wir eine politische Fehlfunktion haben, die die führende Rolle der US-Ökonomie untergräbt.“ Dudley machte auch klar, dass eine Einigung nicht schmerzfrei zustande kommen und ebenfalls das Wachstums hemmen könne.

Charttechnik stützt Prognosen
Aus charttechnischer Sicht ist beim DAX kurzfristig mit einer Konsolidierung zu rechnen. Dennoch bleiben auch hier die Perspektiven für den Index aussichtsreich. So könnte das Bluechip-Barometer in den nächsten Monaten bis in die Region zwischen 7.600 und 7.800 Punkten vorstoßen. Bei optimalem Lauf wäre das Kursziel die obere Begrenzung des seit dem Sommer 2012 bestehenden Aufwärtstrends bei rund 8.200 Zählern — ein neues Allzeithoch.

Bildquellen: Gary Blakeley / Shutterstock.com

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