FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen haben am Montag nach Gewinnmitnahmen schwächer geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,9% oder 19 Punkte auf 2.180, der Stoxx-50 sank um 0,8% bzw 14 Zähler auf 1.882. Händler verwiesen auf eine Reihe von Belastungsfaktoren wie die schwachen Einzelhandelsumsätze der Eurozone und die warnenden Worte aus der Politik, dass ein Ende der Krise noch nicht absehbar sei. Eine kritische Studie von Morgan Stanley zu den Aktienmärkten wurde ebenfalls als Belastungsfaktor ausgemacht.
Analysten von Morgan Stanley senken Gewichtung europäischer Aktien
Morgan Stanley senkt die Gewichtung europäischer Aktien im Vermögensportfolio auf "Underweight" von "Neutral". Die Analysten ziehen Bargeld unverändert den Aktien vor. Der Bärenmarkt sei noch nicht vorüber, heißt es. Die Experten wollen abwarten, bis sich die Ertragslage der Unternehmen und der US-Immobilienmarkt der Talsohle nähern und sich die Bilanzstruktur der Banken nicht mehr verschlechtert.
Zudem agierten Anleger im Vorfeld der US-Berichtssaison mit einer gewissen Zurückhaltung, hieß es aus dem Handel. Vor allem aber sei eine Konsolidierung nach den Gewinnen der Vorwoche überfällig gewesen, so Händler. Verluste mussten vor allem die zuvor stark gelaufenen Werte hinnehmen, während sich die defensiven Sektoren wie etwa die Aktien von Nahrungsmittelherstellern und Versorgern gut hielten.
Bankenwerte fallen zurück
Die Banken verloren nach zunächst deutlichen Gewinnen 0,3%. "Nach dem vorherigen Anstieg sind gerade hier stärkere Gewinnmitnahmen kein Wunder", meinte ein Händler. Zu den italienischen Banken war zu hören, dass die Furcht vor größeren Kreditausfällen belastet habe. Vor allem die Aktien der Institute mit einer starken Ausrichtung auf das Inland standen daher unter Druck. So verloren Intesa Sanpaolo 2,3% auf 2,12 EUR.
Die britische Großbank HSBC hat über ihre Kapitalerhöhung 12,5 Mrd GBP eingesammelt, 96,6% der bestehenden Aktionäre zeichneten die Kapitalerhöhung. "Auch wenn an dem erfolgreichen Abschluss niemand gezweifelt hat, zeigt es das Commitment der Aktionäre", so ein Händler. HSBC ist eine der wenigen Banken, die bisher keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen hat. Die Aktie stieg um 3,7% auf 450,75 p.
Automobilwerte verzeichnen Fehlzündung
Die Automobilwerte gaben mit 2% deutlich nach. Händler sprachen ebenfalls von Gewinnmitnahmen. BMW gaben mit 7,8% auf 25,02 EUR besonders stark nach und litten damit unter einer Studie von Bernstein. Renault seien dagegen gut positioniert, um von der steigenden Nachfrage nach Kleinwagen zu profitieren, so die Analysten. Die Aktie handle noch immer rund 80% unter dem Hoch aus dem Jahr 2007 und biete das größte Aufwärtspotenzial unter den europäischen Automobiltiteln. Renault stiegen um 1% auf 21,54 EUR.
Rohstoffwerte geraten unter Druck
Auch die Rohstoffwerte fielen mit 3,9% Abschlag deutlich. Laut "Sunday Times" plant Rio Tinto eine Kapitalerhöhung von 8 Mrd USD für den Fall, dass der Einstieg von Chinalco scheitert. "Nachdem sich die Rahmenbedingungen in den letzten vier Wochen deutlich verbessert haben, sollte ein solches Volumen auch am Markt untergebracht werden" so ein Händler. Der Wert verlor 11,3%, zumal Societe Generale Rio Tinto auf "Hold" von "Buy" zurückgestuft hatte.
Pharmawerte finden sich auf der Verliererseite
Mit den Pharmawerten ging es um 0,5% bergab. Bei AstraZeneca belastete nach Aussagen aus dem Handel die Unsicherheit über das Medikament "Seroquel". Am späten Freitag hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA geäußert, dass sie einem umfangreicheren Einsatz des Medikaments aufgrund möglicher höherer Risiken kritisch gegenüber stehe. Bisher ist "Seroquel" in den USA für die Behandlung manisch-depressiver Erkrankungen sowie von Schizophrenie zugelassen. Der Konzern will die Zulassung für eine veränderte Version des Mittels, das dann auch bei Angststörungen sowie Depression mit schwerer Verlaufsform verwendet werden soll.
"Seroquel" ist das zweitumsatzstärkste Medikament von AstraZeneca, 2008 beliefen sich die Einnahmen auf 4,45 Mrd USD. Die Aktie verlor 0,3% auf 2.375 p.
Europäische Schlussindizes am Montag, den 6. April:
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Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd.
stand abs. in % seit Jahresbeginn
DJ Europe EuroSTOXX50 2168,62 -30,13 -1,37 -11,54
STOXX 50 1873,88 -21,87 -1,15 -9,28
STOXX 600 184,38 -1,79 -0,96 -6,36
London FTSE 100 3993,54 -36,13 -0,90 -9,94
Frankfurt Xetra
Dax 4349,81 -35,18 -0,80 -9,57
Paris CAC40 2929,75 -28,99 -0,98 -8,96
Amsterdam AEX 228,85 -1,91 -0,83 -6,95
Athen ASE 1741,41 -13,21 -0,75 -2,52
Brüssel BEL-20 1800,15 -8,22 -0,45 -5,68
Kopenhagen OMXC20 243,51 4,85 2,03 -1,70
Dublin ISEQ 2300,98 -29,38 -1,26 -1,80
Helsinki OMX Helsinki 4948,90 65,30 1,34 -8,41
Istanbul IMKB-100 26650,66 19,60 0,07 -0,79
Lissabon PSI General 2153,39 -10,00 -0,46 +3,85 Apr 3
Madrid IBEX 35 8321,10 1,20 0,01 -9,51
Mailand S&P/MIB 16690 -210 -1,24 -14,23
OBX Stock 275,15 -1,19 -0,43 +1,83
Prag PX 814,20 -9,50 -1,15 -5,13
Moskau RTS 748,62 2,59 0,35 +18,47
Wien ATX 1803,06 -21,48 -1,18 +2,98
Zürich SMI 5002,08 -40,91 -0,81 -9,62
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April 06, 2009 13:02 ET (17:02 GMT)
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