Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktienmärkte gingen am Freitag mit freundlichen Tendenzen aus dem Handel. Zum Wochenausklang herrscht jedoch bei den Finanztiteln erneut schlechte Stimmung vor. Auslöser waren die herben Kursverluste bei Lloyds.
Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gewann bis zum Handelsende 0,60 Prozent auf 2.228,29 Punkte. Der Dow Jones STOXX 50 legte 0,24 Prozent auf 1.966,27 Zähler zu. Der marktbreitere EURONEXT 100 verzeichnete wiederum ein Plus von 0,78 Prozent auf 518,26 Punkte.
Die britische Großbank Lloyds Banking Group sieht in Zusammenhang mit der Übernahme des im Zuge der Finanzkrise ins Trudeln geratenen Hypothekenanbieter HBOS deutliche Belastungen für das Fiskaljahr 2008. So habe man im abgelaufenen Fiskaljahr für das fortgeführte Geschäft inklusive Einmalbelastungen in Höhe von ungefähr 1,3 Mrd. Britischen Pfund (GBP) in Zusammenhang mit Marktverwerfungen nach vorläufigen Berechnungen einen Vorsteuergewinn von 2,4 Mrd. GBP erzielt. Bei der HBOS habe sich im Zuge der weiterhin schwierigen Marktbedingungen nach vorläufigen Berechnungen ein Vorsteuerverlust in Höhe von 10 Mrd. GBP für das abgelaufene Fiskaljahr ergeben. Die Lloyds-Aktie brach daraufhin um 32 Prozent ein und zog europaweit Finanzwerte in den Keller.
Der französische Reifenhersteller Michelin hatte im abgelaufenen Fiskaljahr unter der schwachen Automobilkonjunktur zu leiden und verzeichnete einen deutlichen Ergebnisrückgang. Die Aktie konnte dennoch mehr als 3 Prozent zulegen.
Europas größte Fluggesellschaft Air France-KLM musste im dritten Quartal einen deutlichen Verlust ausweisen, was auf einen schwachen Flugreiseverkehr und stark rückläufige Frachtvolumina zurückzuführen ist. Auch hier ging es über 3 Prozent nach oben.
Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard gab heute bekannt, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr um 5 Prozent gestiegen ist, was auf eine starke Nachfrage in Asien zurückzuführen ist. In der Folge legte der Titel 6 Prozent zu.
Die London Stock Exchange kündigte heute einen Wechsel an der Konzernspitze an. Demnach wird Xavier Rolet neuer CEO des Börsenbetreibers. Die Meldung wurde am Markt mit einem Plus von 3,8 Prozent honoriert.
Der italienische Öl- und Erdgaskonzern Eni verbuchte im vierten Quartal angesichts geringerer Öl- und Erdgaspreise einen Gewinnrückgang. Die Aktie reagierte mit einem Aufschlag von fast 3 Prozent.
Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson, der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, hat von der Mobile Broadband Network Ltd. (MBNL) einen Auftrag erhalten. Die Aktie reagierte mit einem Plus von 3 Prozent auf die Meldung. (13.02.2009/ac/n/m)