Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktienmärkte gingen auch am Donnerstag mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel. Abermals wirkten sich die Konjunktursorgen und die schwachen US-Vorgaben belastend aus. Im Fokus stand daneben die Zinsentscheidung der EZB.
Der Geldpolitische Rat der EZB beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau um 50 Basispunkte zurückzunehmen um die Konjunktur anzukurbeln. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, reduziert sich damit auf 2,00 Prozent.
Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verlor bis zum Handelsende 1,77 Prozent auf 2.257,67 Punkte. Der Dow Jones STOXX 50 gab 1,14 Prozent auf 1.987,31 Zähler nach. Der marktbreitere EURONEXT 100 verzeichnete wiederum ein Minus von 1,60 Prozent auf 516,97 Punkte.
An der Londoner Börse standen Rohstoffwerte im Blickpunkt. Papiere des Bergbaukonzerns Rio Tinto, dessen Ergebnis im vierten Quartal eigenen Angaben zufolge von den stark gesunkenen Aluminium- und Kupferpreisen beeinträchtigt sein wird, legten 1,5 Prozent zu. Dagegen verloren BHP Billiton 1,5 Prozent.
In Amsterdam zogen Papiere von ASML um 4 Prozent an. Der Chip-Ausrüster meldete heute, dass er im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat. Vor Sonderbelastungen wurde indes ein Gewinn erzielt.
In Zürich gewannen SGS nach Zahlen über 3,5 Prozent. Der Warenprüf- und Inspektionskonzern konnte Umsatz und Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftig steigern.
Die von Sulzer gemachten Angaben zur Geschäftsentwicklung kommen indes weniger gut bei den Anlegern an. Der Maschinenbaukonzern konnte im Jahr 2008 erneut ein deutliches Plus beim Auftragseingang verbuchen. Wie der Konzern weiter ausführte, zeigte sich in den letzten Monaten des Jahres auf den für Sulzer relevanten Märkten eine deutliche Abschwächung. Vor diesem Hintergrund erwartet der Konzern für 2009 einen Rückgang beim Auftragseingang. Der Wert verlor über 10 Prozent.
Die Flughafen Wien AG konnte im Jahr 2008 bei der Passagierzahl einen Zuwachs ausweisen. Wie der führende österreichische Flughafenbetreiber erklärte, lag er mit einem Plus von 5,2 Prozent beim Passagierwachstum unter der eigenen Prognose von 6,0 Prozent. Die Aktie verlor 2,4 Prozent.
Der dänische Brauereikonzern Carlsberg plant Restrukturierungsmaßnahmen in Dänemark, Norwegen und den Baltischen Staaten. Demnach werden im Rahmen dieser Maßnahmen mindestens 270 weitere Stellen abgebaut. Die Aktie verlor 1,8 Prozent. (15.01.2009/ac/n/m)