Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktienmärkte gingen am Montag mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel. Im Fokus der Anleger standen dabei Konjunktursorgen, sowie die schwachen US-Märkte.
Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verlor bis zum Handelsende 1,00 Prozent auf 1.991,63 Punkte. Der Dow Jones STOXX 50 gab 0,73 Prozent auf 1.801,29 Zähler nach. Der marktbreitere EURONEXT 100 verzeichnete wiederum ein Minus von 0,99 Prozent auf 474,77 Punkte.
Finanzwerte stehen europaweit im Mittelpunkt. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge befindet sich die US-Regierung derzeit in Verhandlungen über eine Teilverstaatlichung der Citigroup. Demzufolge wolle sich das US-Finanzministerium im Rahmen der derzeit laufenden Verhandlungen bis zu 40 Prozent der Stammaktien des im Zuge der Finanzkrise ins Schlingern geratenen Kreditinstituts sichern.
An der Londoner Börse gewannen Titel der Royal Bank of Scotland fast 13 Prozent. Der Finanzriese steht einem Bericht der britischen Tageszeitung "Times" zufolge vor einer radikalen Umstrukturierung. So werde die angeschlagene Großbank am kommenden Donnerstag nicht nur den größten Verlust der Firmengeschichte verkünden, sondern auch den Abbau von weltweit rund 20.000 Mitarbeitern. Zudem sei der Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Unternehmensteile geplant.
In Zürich kletterte die Aktie von Swiss Life um 6 Prozent nach oben. Wie der Versicherungskonzern bereits am Freitag mitgeteilt hat, rechnet er für das Geschäftsjahr 2008 mit einem Reingewinn von rund 340 Mio. Schweizer Franken.
Die Aktie der Großbank Credit Suisse sackte dagegen um über 5 Prozent ab. Noch härter trifft es das Papier der UBS mit einem Abschlag von über 9 Prozent. Hier belasten weiter die Vorkommnisse der vergangenen Woche in Zusammenhang mit einer Zivilklage des US Internal Revenue Service (IRS).
Der österreichische Öl- und Erdgaskonzern OMV verlässt den italienischen Markt. Demnach soll die OMV Italia S.r.L. mit einem Tankstellennetz von 96 Stationen in der Region Triveneto (Trentino-Südtirol, Friaul-Julisch Venetien, Venetien) bis Ende des Jahres verkauft werden. OMV will ihr Tankstellengeschäft auf die Wachstumsmärkte im Donauraum, in Südosteuropa und der Schwarzmeer-Region fokussieren. Die Aktie reagierte mit einem deutlich Aufschlag auf die Meldung.
Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev wird InBev USA an eine Gesellschaft der Private Equity-Firma KPS Capital Partners verkaufen. Die Sparte InBev USA macht auch unter dem Namen Labatt USA Geschäfte. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion, die Teil der Auflagen des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit der Übernahme von Anheuser-Busch durch InBev war, wurden nicht genannt. Die Aktie gewann heute rund 5 Prozent hinzu.
Der italienische Energieversorger Enel hat mit dem spanischen Baukonzern Acciona eine Vereinbarung zur Übernahme der Anteile des spanischen Konkurrenten Endesa getroffen. So wird der italienische Energiekonzern im Rahmen der Vereinbarung die von Acciona gehaltenen 25,01 Prozent der Anteile von Endesa übernehmen. Damit erhöht sich der von Enel gehaltene Endesa-Anteil auf 92,06 Prozent. Im Gegenzug erhält Acciona im Rahmen der Transaktion 9,6 Mrd. Euro in bar (abzüglich einer von Endesa ausgeschütteten Dividende in Höhe von 1,5 Mrd. Euro) sowie Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtwert von 2,9 Mrd. Euro. Enel-Aktien gewannen rund ein Prozent hinzu. (23.02.2009/ac/n/m)