14.09.2006 20:14
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Europa-Schluss: Leichte Abschläge, Kingfisher nach Zahlen gesucht


Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen gingen auch am Donnerstag mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Zunächst hatten die festen Vorgaben aus Übersee für positive Stimmung gesorgt, die aber angesichts zahlreicher US-Konjunkturdaten am Nachmittag kippte.

In London legten Papiere des Versicherers Aviva leicht zu. Der Konzern kündigte heute den Abbau von 4.000 Arbeitsplätzen in Großbritannien an, um die Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Die Maßnahmen sollen dem Konzern zufolge zu Kosteneinsparungen in Höhe von 250 Mio. Britischen Pfund (GBP) pro Jahr führen. Im Zuge der Stellenstreichungen werden 1.000 Arbeitsplätze nach Indien verlagert, was Aviva bis Ende 2007 voraussichtlich 250 Mio. GBP kosten wird.

Aktien von Kingfisher verbuchten ein sattes Kursplus von 2,3 Prozent. Die größte Baumarktkette in Europa hat im ersten Halbjahr zwar nur einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt, die Erwartungen aber übertroffen. So belief sich der Nettogewinn auf 168,5 Mio. GBP bzw. 7,2 Pence je Aktie, wobei das Ergebnis von einem Einmalertrag in Höhe von 42 Mio. GBP aus einem Immobilienverkauf begünstigt wurde.

Dagegen knicken Papiere des Versicherungskonzerns Old Mutual, ebenfalls nach der Bekanntgabe von Ergebnissen, um mehr als 2,3 Prozent ein. Der drittgrößte Versicherungskonzern in Großbritannien meldete einen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent und begründete dies mit einer höheren Einkommensteuer. So sank der Nettogewinn von 387 Mio. GBP bzw. 11.2 Pence je Aktie auf 380 Mio. GBP bzw. 7,5 Pence je Aktie, während sich der operative Gewinn vor Steuern in den ersten sechs Monaten von 566 Mio. GBP im Vorjahr auf nun 771 Mio. GBP erhöhte.

In Paris ging es für Titel des Einzelhandelskonzerns Casino um knapp 3,6 Prozent abwärts. Das Unternehmen verbuchte im ersten Halbjahr aufgrund höherer Umsatzerlöse zwar einen Gewinnanstieg, die Erwartungen konnten dabei aber nicht erfüllt werden.

Dow Jones Euro Stoxx 50: 3.796,59 (-0,24 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.496,58 (-0,29 Prozent)

EURONEXT 100: 884,73 (-0,11 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der schweizerische Luxusartikelhersteller Compagnie Financière Richemont AG (ISIN CH0012731458/ WKN 875863) konnte in den ersten fünf Monaten des laufenden Fiskaljahres aufgrund der weltweit stabilen Nachfrageentwicklung ein deutliches Umsatzplus vorweisen. Wie der Konzern heute erklärte, verbuchte man in der Berichtsperiode einen Umsatzanstieg von 16 Prozent. Auf um Wechselkurseffekte beeinigter Basis verzeichnete der weltweit zweitgrößte Luxusartikelhersteller einen Umsatzanstieg von 18 Prozent.

Der Nutzfahrzeughersteller MAN AG will für seinen Konkurrenten Scania AB (ISIN SE0000308272/ WKN 899845) Presseangaben zufolge in der kommenden Woche eine Übernahmeofferte in Höhe von insgesamt rund 9,5 Mrd. Euro vorlegen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe), die sich dabei auf Beteiligte des Fusionsprozesses beruft, will MAN insgesamt 440 Schwedische Kronen (SEK) (rund 47,58 Euro) je Scania-Aktie bieten, was umgerechnet einem Gesamtvolumen von 9,5 Mrd. Euro entspricht. Dabei will der im DAX30 notierte Konzern sowohl Bargeld als auch eigene Aktien für seinen schwedischen Konkurrenten bieten. Am Vortag hatte MAN sein Interesse an einer Übernahme von Scania bestätigt. Nach Ansicht von MAN gibt es eine "überzeugende industrielle Logik" für eine solche Kombination. Zusammen würden beide Unternehmen zur Nummer eins im europäischen Markt für Nutzfahrzeuge werden und damit eine bedeutende Plattform für profitables Wachstum schaffen, hatte MAN am Vortag erklärt. (14.09.2006/ac/n/m)



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