Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktienmärkte gingen am Mittwoch nach den dramatischen Vortragsverlusten erneut deutlich schwächer aus dem Handel. Trotz der weltweit erfolgten
Leitzinssenkung um 50 Basispunkte kehrte keine Erholung ein. Auch die Rettungspläne in Großbritannien wurden nicht positiv aufgenommen.
Die britische Regierung hat auf die internationale Finanzkrise mit einem groß angelegten Rettungspaket für die bedeutendsten Geschäftsbanken reagiert, um einen Kollaps zu verhindern. Das gesamte Rettungspaket beläuft sich auf rund 200 Mrd. Britische Pfund. Durch dieses Maßnahmenpaket solle nach den Worten von Schatzkanzler Alistair Darling die Kapitalausstattung der führenden Großbanken gestärkt und das Vertrauen in das britische Finanzsystem wiederhergestellt werden.
Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verlor bis zum Handelsende 6,42 Prozent auf 2.694,55 Punkte. Der Dow Jones STOXX 50 gab wiederum 6,60 Prozent auf 2.360,38 Zähler nach. Der marktbreitere EURONEXT 100 verzeichnete wiederum ein Minus von 6,15 Prozent auf 599,22 Punkte.
Finanzwerte standen nach dem Rettungsplan in London im Fokus. So verloren Barclays 2,4 Prozent, Royal Bank of Scotland gewannen dagegen über 2 Prozent und Lloyds TSB gaben wiederum 7 Prozent nach. Letztere kündigten an, dass man mit der Übernahme des Hypothekenanbieters HBOS fortfahren werde. HBOS schossen um fast 25 Prozent in die Höhe.
Papiere der Großbank HSBC, die die vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel zur Rekapitalisierung und Stärkung der Kernkapitalquote nicht in Anspruch nehmen wolle, gaben 2,5 Prozent ab.
Papiere der Supermarktkette Sainsbury verloren nach der Vorlage von Umsatzzahlen über 15 Prozent. Die drittgrößte britische Supermarktkette meldete heute, dass sich das Umsatzwachstum im zweiten Quartal beschleunigt hat, was auf Preissenkungen und eine damit einhergehende stärkere Nachfrage der Kunden zurückzuführen ist.
Renault verloren mehr als 8 Prozent. Der Konzern gab heute bekannt, dass er im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms das freiwillige Ausscheiden von 4.000 Mitarbeitern anstrebt. (08.10.2008/ac/n/m)