FRANKFURT (Dow Jones)--Deutlich von den Tagestiefs erholt haben sich die europäischen Börsen am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sein Minus auf 0,7% oder 14 Punkte und fiel auf 1.978. Im Verlauf war er schon bis auf 1.945 Punkte gefallen. Der Stoxx-50 gab um 1,4% oder 25 auf 1.777 Zähler nach. Vor allem eine kräftige Erholung der US-Bankenwerte zog auch die europäischen Titel mit nach oben. Den Sprung ins Plus schaffte jedoch als einziges die Medienbranche. Auto- und Versicherungs-Titel standen unter kräftigem Verkaufsdruck. Auch Pharmatitel erwiesen sich nicht als sicherer Hafen.
Von den Konjunkturdaten gingen zudem überwiegend schlechte Botschaften aus: So fiel der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex mit 82,6 schlechter aus als erwartet. Er wird als wichtiger Indikator für Gesamt-Europa betrachtet. Auch die Rede von Fed-Chairman Ben Bernanke wurde zwiespältig gesehen. Zwar kündigte Bernanke eine Konjunkturerholung zum Jahresende an. Von Analysten hieß es dazu jedoch: "Gut verpackt, aber sehr negativ". Die vordergründig positiven Aussagen über eine Wirtschaftserholung und das Ende der Rezession klängen zunächst gut. "Problematisch daran ist aber, dass Bernanke eine Erholung sieht, sie aber an Bedingungen knüpft, die noch gar nicht existieren", so ein Analyst.
Dazu passte auch der neuerliche Einbruch des US-Verbrauchervertrauens: Es fiel im Februar auf ein neues Rekordtief. Mit einem Wert von 25,0 nach 37,4 im Vormonat wurde die Erwartung eines nur leichten Rückgangs auf 35,5 enttäuscht. Auch der US-Hauspreis-Index von Case-Shiller wies einen erneuten Einbruch von 18,5% bei den Hauspreisen in 20 Städten der USA im Dezember aus. Technische Analysten sehen den Euro-Stoxx-50 weiter vom Widerstandsbereich um 2.000 Punkte belastet.
AIG lastet schwer auf Versicherern
Versicherer waren der schwächste Sektor in Europa. Der Branchen-Index brach um 3,1% ein und fiel damit den elften Tag in Folge. Spekulationen um ein "Umfallen eines Großen der Branche" belasten hier seit den Berichten über den US-Versicherer AIG. Dieser verhandelt offenbar mit der US-Regierung über eine Ausweitung der Hilfen. Mit weiteren Finanzmitteln solle der Geschäftsbetrieb auch nach Vorlage der Geschäftszahlen am 2. März aufrecht erhalten werden, berichtete CNBC und beruft sich dabei auf AIG nahestehende Personen. AIG brachen bis zum Xetra-Handelsschluss in den USA um 25% ein. Dies drückte auch Aegon um 9,4% auf 2,88 EUR, Swiss Re um 7,1% auf 13,15 CHF und Prudential um 7,6% auf 266,75 p.
Bankenwerte mit kräftiger Erholung
Ganz anders reagierten indes die Bankenwerte: Nach einer kräftigen Erholung der US-Bankentitel erholten sich auch zahlreiche europäische Vergleichswerte. Unter anderem sprangen Deutsche Bank um 4,3% auf 18,15 EUR und Credit Agricole um 4,2% auf 7,46 EUR. Italienische Banken zählten sogar zu den Top-Performern im Sektor. Händler machten als Grund die Aussagen von Premierminister Berlusconi aus, der eine Verstaatlichung ausgeschlossen hat. Berlusconi sagte, die Verstaatlichung von Banken sei in Italien nicht nötig. UniCredit legten daraufhin um 3,5% zu auf 0,96 EUR und Intesa Sanpaolo um 6,4% auf 1,87 EUR. Aussagen des UBS-Managements zu einer baldigen Rückkehr in die Gewinnzone wurden jedoch skeptisch gesehen: Die Aktien gaben dennoch um 1,5% auf 9,85 EUR nach.
Europäische Schlussindizes am Dienstag, den 24. Februar
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Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd.
stand abs. in % seit Jahresbeginn
DJ Europe EuroSTOXX50 1977,50 -14,13 -0,71 -19,33
STOXX 50 1776,42 -24,87 -1,38 -13,99
STOXX 600 172,86 -2,43 -1,39 -12,21
London FTSE 100 3816,44 -34,29 -0,89 -13,93
Frankfurt Xetra Dax 3895,75 -40,70 -1,03 -19,01
Paris CAC40 2708,05 -19,82 -0,73 -15,85
Amsterdam AEX 222,55 -1,43 -0,64 -9,51
Athen ASE 1545,40 -3,59 -0,23 -13,50
Brüssel BEL-20 1697,60 -27,98 -1,62 -11,06
Kopenhagen KFX 248,66 -6,22 -2,44 +0,38
Helsinki HEX 4454,25 -85,57 -1,88 -17,57
Istanbul IMKB-100 24032,46 41,43 0,17 -10,54
Madrid IBEX 35 7483,40 -57,00 -0,76 -18,62
Mailand S&P/MIB 15436 45 0,29 -20,68
Oslo OBX Stock 251,79 -0,05 -0,02 -6,81
Prag PX 644,90 -0,20 -0,03 -24,85
Moskau RTS 524,69 7,47 1,44 -16,96
Wien ATX 1428,54 -34,92 -2,39 -18,41
Zürich SMI 4723,02 -74,10 -1,54 -14,66
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February 24, 2009 12:30 ET (17:30 GMT)
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