Europas Börsen sehr schwach - US-Arbeitsdaten belasten
FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr schwach haben Europas Aktienmärkte auf die desaströsen US-Arbeitsmarktdaten reagiert. Sämtliche Branchen und großen Länderbörsen schlossen im tiefroten Bereich. Unter Druck standen vor allem die konjunkturempfindlichen Titel: Höchste Verluste wiesen die Autohersteller, sowie Minen- und Stahlwerte aus. Automobiltitel litten zudem unter schlechten Absatzzahlen aus den USA. Der Euro-Stoxx-50 brach um 3,3% ein bzw 80 auf 2.370 Punkte, der Stoxx-50 verlor 2,8% oder 60 auf 2.076 Zähler.
Die Leitzinsentscheidung der EZB ging demgegenüber völlig unter. Wie erwartet ließ die Notenbank den Leitzins unverändert. Auch der leichte Anstieg bei den Industrieaufträgen in den USA im Mai wurde ignoriert. Technische Analysten erwarten nun einen Rückgang im Euro-Stoxx-50 bis zu 2.280 Zählern.
US-Arbeitsmarktdaten entsetzen den Markt
Die US-Arbeitsmarktdaten erschreckten den Markt. Mit 467.000 verlorenen Stellen wurden die Erwartungen von Volkswirten weit übertroffen, obwohl diese ihre Prognosen nach dem schwachen ADP-Bericht vom Vortag bereits nach unten angepasst hatten. Im Schnitt waren sie von 350.000 verlorenen Stellen ausgegangen, kaum ein Analyst hatte mit mehr als 450.000 gerechnet. Zudem sei auch der Trend zur Teilzeit-Beschäftigung ungebrochen, so dass die Zahlen per Saldo "grottig sind und Hoffnungen zerstören", kommentierte ein Händler. Auch der etwas geringer als erwartete Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,5% stimmte den Markt nicht versöhnlich.
Hauptverlierer: Zykliker
Vor allem Konjunktur-Optimisten mussten nach den Zahlen zurückstecken. "Wir wollten eine verminderte Dynamik bei den Jobverlusten sehen", sagte ein Marktteilnehmer: "Stattdessen scheinen die Entlassungen sogar wieder neue Abwärtsdynamik aufzunehmen". Europas Zykliker waren die Hauptverlierer der schwachen US-Arbeitsmarktdaten. Der Automobil-Sektor brach um 5,3% ein, Basic Ressources und Stahlwerte um 4,7%. Auch Chemie-, Bau- und Finanzwerte schlossen sehr schwach mit Verlusten von je über 3%. "Die US-Daten zeigen wieder einmal, dass Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung zu weit vorgeprescht waren", so ein Händler.
Automobilwerte leiden zusätzlich unter US-Absatzzahlen
Zusätzlich belastend für die Automobil-Titel wirkten die Kfz-Absatzzahlen aus den USA. VW brachen um 7,8% ein, Daimler um 5,5%, Peugeot-Citroen um 5,4% und Renault 4,8%. Lediglich Fiat gaben nur um 1,1% nach auf 7,22 EUR. Der italienische Hersteller ist kaum auf dem US-Markt engagiert. "BMW und Daimler haben im Vergleich zum Mai den Abwärtstrend gebremst, bei VW und viel stärker noch bei Porsche hat sich die Absatzentwicklung eingetrübt", kommentierte ein Händler die Zahlen.
Gegen den Markt setzten sich Diageo mit plus 1,1% auf 907 p durch. Der britische Getränkehersteller hat seine Pläne zur weltweiten Kostenreduzierung erweitert und sieht nun ein Einsparpotenzial von 120 Mio GBP. Auch Repsol konnten sich mit 0,1% auf 16,22 EUR ins Plus retten. Der spanische Ölkonzern hat ein Kaufangebot für Teile seiner argentinischen Vermögenswerte erhalten. Laut "South China Morning Post" könnte China National Petroleum Corp (CNPC) für drei Viertel der gegenwärtig mit rund 17 Mrd USD bewerteten Repsol YPF bieten.
Europäische Schlussindizes am Donnerstag, den 2. Juli:
=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2369,65 -80,08 -3,27 -3,34 Stoxx-50 2075,97 -60,03 -2,81 0,51 Stoxx-600 204,12 -5,34 -2,55 3,67 Frankfurt XETRA-DAX 4718,49 -186,95 -3,81 -1,91 London FTSE-100 4234,27 -106,44 -2,45 -4,51 Paris CAC-40 3116,41 -100,59 -3,13 -3,16 Amsterdam AEX 252,69 -7,60 -2,92 2,74 Athen ASE 2217,58 -19,40 -0,87 24,13 Brüssel BEL-20 2038,05 -35,93 -1,73 6,78 Budapest BUX 15099,57 -326,41 -2,12 23,35 Dublin ISEQ 2668,80 -22,61 -0,84 13,89 Helsinki OMXH-25 1603,98 -38,93 -2,37 5,83 Istanbul IMKB-100 37038,21 -207,65 -0,56 37,87 Kopenhagen OMXC-20 289,58 -4,98 -1,69 16,90 Madrid IBEX-35 9643,50 -260,20 -2,63 4,87 Mailand FTSE-MIB 18928,66 -514,52 -2,65 -2,73 Moskau RTS 960,46 -17,48 -1,79 52,00 Oslo OBX 253,96 -6,13 -2,36 27,53 Prag PX 886,50 -12,50 -1,39 3,30 Stockholm OMXS-30 792,45 -21,25 -2,61 19,65 Wien ATX 2099,38 -40,29 -1,88 19,91 Zürich SMI 5355,23 -117,71 -2,15 -3,24 === DJG/mod/ros Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires
July 02, 2009 12:44 ET (16:44 GMT)
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