DAX8.450-0,3%  Dow15.3880,3%  Euro1,29330,2% 
ESt502.810-0,4%  Nas3.5020,2%  Öl103,0-0,8% 
TDax971,90,3%  Nikkei15.6271,6%  Gold1.3850,9% 

07.10.2012 15:30

Senden

Ex-Chefvolkswirt der Dt Bank warnt vor Inflation - Magazin


   Die Notenbanken vieler Länder überschwemmen die Märkte mit Geld und erhoffen sich davon Impulse für die dümpelnde Wirtschaft. Die Gefahren der Geldpolitik, mit der Amerika und Europa ihre Schulden- und Wachstumskrise bekämpfen, werten Ökonomen unterschiedlich. Während der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, vor Geldentwertung warnt, gibt sich EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen gelassen.

   Mayer verwies im Magazin Der Spiegel darauf, dass die extrem lockere Geldpolitik der USA auf große Schwellenländer wie China ausstrahle. Dort seien die Zinsen zu niedrig. Dort überhitze die Wirtschaft als Erstes.

   Auch in Deutschland wachse die Gefahr der Geldentwertung. Die Inflationsdebatte werde extrem verkürzt geführt, so Mayer. "Der Verbraucherpreisindex bildet große Anschaffungen wie Immobilien nicht ab." Die tatsächliche Kaufkraft der Verbraucher sinke stetig.

   Mayer warnte zudem vor einer Spekulationsblase bei deutschen und amerikanischen Staatsanleihen. Die Folge seien niedrige Zinsen, die an den Ersparnissen der Bürger zehrten. Wer streng regulierte Produkte wie Lebensversicherungen kaufe, werde in Anleihen gezwungen, wo die Niedrigzinsen voll zuschlagen.

   Auch der Deutschland-Chef des weltweit größten Anleihemanagers Pimco, Andrew Bosomworth, hält die Angst vieler Deutschen vor der Geldentwertung für berechtigt. Er kritisierte im Spiegel die Geldpolitik der US-Notenbank Fed scharf. Sie mache sich "mehr und mehr zum Knecht der Fiskalpolitik". Die Geldpolitik treibe die Preise von Finanzinstrumenten stärker als Wachstum und Beschäftigung. "So treibt sie einen gefährlichen Keil zwischen Finanz- und Realwirtschaft."

   Die US-Notenbank Federal Reserve hatte im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise Mitte September die Geldschleusen erneut geöffnet. Sie will pro Monat für 40 Milliarden Dollar mit Immobilien besicherte Anleihen der staatlichen Hypothekenfinanzierer kaufen. Den Leitzins will sie auf dem außergewöhnlich niedrigen Niveau von nahezu null Prozent belassen.

   Auch die Europäische Zentralbank steht bereit, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Staaten zu kaufen, die unter den Euro-Rettungsschirm flüchten. Das hat die Sorge vor Inflation in der Euro-Zone angefacht. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht diese Gefahr aber nicht. "Nach unseren Prognosen wird bereits im nächsten Jahr die Inflation wieder unter die 2-Prozent-Marke sinken", sagte er der Bild am Sonntag. Die EZB werde auch in Zukunft die Stabilität der Gemeinschaftswährung gewährleisten, versicherte Asmussen. Mit Blick auf den derzeitigen Inflationswert des Euro von 2,7 Prozent sagte er. "Das ist nur der Monatswert für September, der im Wesentlichen durch hohe Energiepreise bedingt ist."

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   October 07, 2012 09:12 ET (13:12 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 12 AM EDT 10-07-12

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

ANZEIGE

Die 5 beliebtesten Top-Rankings






Wie lange halten Sie Ihre Zertifikate durchschnittlich in Ihrem Depot?
mehrere Jahre
mehrere Monate bis zu einem Jahr
wenige Wochen
ein paar Tage
ich handele intraday
 Abstimmen