11.02.2013 10:23
Bewerten
 (0)

'FT': Papier zu Zypern-Hilfe nennt auch Beteiligung Privater als Option

    LONDON (dpa-AFX) - Ein EU-internes Papier zur finanziellen Unterstützung des krisengeschwächten Eurolandes Zypern nennt einem Pressebericht zufolge die Möglichkeit einer Beteiligung privater Gläubiger. Wie die "Financial Times" (FT, Montagausgabe) berichtet, enthält das vertrauliche Dokument drei Optionen zur Rettung Zyperns. Eine "radikale" Variante ziele darauf ab, Gläubiger bestimmter Bankeinlagen und Inhaber zypriotischer Staatsanleihen zu belasten. Diese drastische Variante eines "Bail-in" werde von den Autoren des Papiers jedoch abgelehnt: "Die Risiken, die mit dieser Option verbunden wären, sind signifikant."

 

    Als größte Gefahren nennt das Dokument die abermalige Ansteckung anderer Euroländer sowie einen Zusammenbruch des Bankensektors Zyperns. Viele Länder des Euroraums stehen einer Beteiligung privater Gläubiger an der Zypern-Rettung auch deswegen skeptisch gegenüber, weil dies bei der Umschuldung Griechenlands als Ausnahme bezeichnet worden war. Allerdings gibt es zahlreiche Stimmen auch aus Deutschland, die angesichts von Geldwäschevorwürfen gegen Zyperns Banken auf eine Beteiligung Privater drängen.

 

    Wie die "FT" weiter auf ihrer Internetseite berichtet, sieht eine "moderate" Variante vor, Inhaber nachrangiger Schuldtitel zu belasten - gemeint sind wohl Bankanleihen. Besitzer von Bankeinlagen sollen bei dieser Variante außen vor bleiben. Eine dritte Option nenne die direkte Rekapitalisierung zypriotischer Banken durch der Euro-Rettungsfonds ESM. Dies ist jedoch ohne die vermutlich 2014 einsatzbereite gemeinsame Bankenaufsicht im Währungsraum nicht zulässig.

 

    Zypern leidet derzeit unter einer Bankenkrise, die insbesondere auf hohe Abschreibungen infolge der griechischen Staatsumschuldung zurückgeht. Kopfzerbrechen bereitet vor allem die starke Verknüpfung des Bankensektors mit dem Staat. Da ohne eine direkte Rekapitalisierung durch den ESM faktisch jede Bankenhilfe über den zypriotischen Staat laufen muss, erhöht sie zugleich dessen Schuldenstand. Dies wirft die wichtige Frage nach der Schuldentragfähigkeit auf. Laut dem Dokument würde die Schuldenquote Zyperns ohne Beteiligung Privater bis 2015 auf 140 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen./bgf/jsl

 

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX schließt nach Rekord über 1 Prozent im Minus -- US-Börsen schwach -- Heidelberger Druck nach Zukauf an SDAX-Spitze -- Ukraine: Notenbank hebt Leitzins drastisch an -- Apple, RWE, Merck im Fokus

Dänemarks Notenbank kämpft mit massiven Interventionen gegen Kronen-Aufwertung. Air Berlin kündigt Umbau und Billigtarif an. BMW-Chef kündigt weiteren Absatzrekord in 2015 an. Schweizer Wirtschaft wächst Ende 2014 doppelt so stark wie erwartet. Deutsche Finanzexperten halten Grexit für immer wahrscheinlicher.
Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Unternehmen werden die meisten Jobs streichen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Die EU will den Verbrauch von Plastiktüten begrenzen. Unterstützen Sie solche Pläne?